Mannheim

Luisenpark Kinder und Familien bei Martinszug und Aufführung auf der Seebühne dabei / Das Wetter machte Veranstaltern und Besuchern zu schaffen

Die Laternen leuchten auch im Regen

Carlina Bottke hat in diesem Jahr als Sankt Martin den langen Zug durch den Luisenpark angeführt. Hunderte Laternen leuchteten hinter ihr, die von fröstelnden und nassen Kinderhänden getragen wurden. Es war ein rührendes Bild, als die Kinder, begleitet von der Stadtkapelle Frankenthal, in Erinnerung an das in der christlichen Kultur fest verwurzelte Fest Sankt Martin loszogen.

Einer der Musiker, Egbert Lewark, freute sich, dass er bei dem Umzug spielen durfte: "Wir sind ein Ensemble, in dem Musiker zwischen zehn und 60 Jahren mitmachen. Da ist ein solcher Auftritt einfach schön." Carlina Bottke war als Sankt Martin natürlich etwas aufgeregt, dass sie den Tross anführen durfte. Auf einem Schulpony des nahegelegenen Reiterhofes ritt sie als "Heiliger Mann" durch den Park.

Bilder für den Opa in den USA

"Sie fieberte dem Ereignis entgegen und ist schon auch ein wenig stolz, dass sie das machen darf. Für sie ist das eine große Ehre", erzählte Mutter Esther Lorenz-Bottke. Sie ergänzte noch, dass sie die Bilder, die sie mit dem Handy machte, an den Opa in den USA schicken werde: "Der heißt mit Vornamen Martin und freut sich ganz sicher darüber", so die Mutter.

Dem fünfjährigen Leeland aus Rimbach konnte der Regen nichts anhaben. Er hatte seine im Kindergarten gebastelte Laterne fest in eine Plastikhülle verpackt und so vor dem Regen geschützt, der doch etwas zu schaffen machte. Leeland stellte selbstbewusst klar: "So macht das meiner Laterne nichts aus." Auch dass diese von einer kleinen LED-Birne beleuchtet wurde, konnte der Junge erzählen.

Oma Manuela Guthier-Walter begleitete ihn. Für sie stand fest: "Es gibt kein schlechtes Wetter. Mit entsprechender Kleidung kann man sich doch warm halten." Und der fünfjährige Leeland meinte: "Beim Wetter habt ihr von der Zeitung nicht so oft Recht. Da hat nur der liebe Gott Recht" - danach reihte er wieder sich in dien Martinszug ein.

Zur Freude der Kinder spielten die Musiker: "Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir" - da konnten alle aus vollem Hals mitsingen. Der fünfjährige Konstantin hatte seinen Opa Günter Beisel zwar zwischenzeitlich schon etwas in Unruhe gebracht, aber schließlich gelang es ihm, wieder für Einigkeit zu sorgen. Und dann sangen alle kräftig mit. Ganz vorne weg an der Spitze des Zuges direkt neben dem Pferd lief die vierjährige Mila an der Hand ihrer Mutter. Das Mädchen hatte der Mama auch gleich die Laterne in die Hand gedrückt, damit es selbst ungestört jeden Schritt des Ponys beobachten konnte.

Das Pony immer im Blick

Da durfte der Lampion den Blickkontakt nicht stören. Schließlich kam der Zug wieder an der Seebühne an. Bevor das Programm dort starten konnte, mussten Alexander Dauth und seine Helfer vom Luisenpark die Bühne vom Wasser befreien. Zu dem Lied "Hui Hui Hui - Ich bin der Wind" tanzten die Kinder des Tunerbundes Oppau mit Bändern.

Der Chef des SWR-Kurpfalzradios, Gerhard Mandel, erzählte eine moderne Fassung der Martinsgeschichte. Eine der jüngsten Besucherinnen, die fünfmonatige Henriette, interessierte das Geschehen, das sie zuvor ganz genau beobachtet hatte, gegen Ende nur noch wenig. Sie "mampfte" mit ihrer Schwester Luise genüsslich "Pommes".

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