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Sport Mannheimer Cheerleader qualifizieren sich für Weltmeisterschaft 2019 in den USA / Keine Unterstützung vom Deutschen Sportbund

DJK-Cheerleader qualifizieren sich für Weltmeisterschaft 2019 in den USA - Gemischte Gefühle nach dem Erfolg

Archivartikel

Mannheim/Bottrop.Schulterstand, Tablestand und Elevator - das klingt erst einmal seltsam. Für Cheerleader gehört das jedoch zum Alltag. Solche Hebefiguren sind Pflicht, will man auf Wettbewerben Punkte erzielen. Auch die „Pro Spirit Allstars“, eine Mannheimer Cheerleadergruppe, kennen sie und stehen solche akrobatischen Figuren. Deshalb haben sie sich auch für die Weltmeisterschaft 2019 in Orlando (USA) qualifiziert.

Im Movie Park in Bottrop sind sie mit einem Team aus 14 jungen Männern und Frauen bei dem Elite Cheerleading Championship angetreten. Wie Trainer Kai Freudenberger erklärt, wären es eigentlich deutlich mehr gewesen: „Normalerweise besteht unser Team aus 21 Leuten. Es gab in den letzten Wochen jedoch viele Verletzungen und zwei konnten wegen des Studiums nicht mitkommen.“ Deswegen seien die Jaguars - kurz: Jags - ohne Erwartungen zu dieser Meisterschaft gefahren. Sie sind das „Senior Coed“ Team, also die gemischtgeschlechtlichen Erwachsenen. „Wir wollten dort hin fahren und uns einfach nur selbst beweisen, dass wir trotzdem eine gute Routine abliefern können“, erzählt Freudenberger.

Dementsprechend war die Überraschung groß, als sich bereits am ersten Tag entschieden hat: Die Jags fahren zur WM. Das weiß auch Samatha Fowler. Die Mannheimerin ist selbst jahrelang mit dem Team angetreten. Dieses Mal war sie nicht dabei. Trotzdem sagt sie, das Gefühl sei „unglaublich“. Fowler: „Das Team hat so hart daran gearbeitet. Sie haben alle gekämpft und sind natürlich nun überglücklich.“

Hoffen auf Sponsoren

Zwölf Teams sind an dem Wochenende des 19. bis 21. Mai angetreten. Darunter waren insgesamt sieben deutsche Vereine. Die Jags, die zum DJK Mannheim/Käfertal-Waldhof gehören, waren das einzige deutsche Team, das es ins Finale am zweiten Tag geschafft hat. Mit dem Einstieg ins Finale war auch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft sicher. Denn nach Orlando fährt nur das bestplatzierte Team des jeweiligen Landes. Außerdem seien sie die ersten baden-württembergischen Cheerleader, die sich jemals dafür qualifiziert haben, sagt Freudenberger. „Die Stimmung vor Ort war dann natürlich bombastisch.“

Allerdings blickt das Team mit gemischten Gefühlen auf die WM. „Wir müssen hoffen, dass wir überhaupt dorthin fahren“, so der Trainer. Cheerleading werde in Deutschland nicht als Sportart anerkannt, erklärt er. „Deswegen gibt es keine Zuschüsse vom Deutschen Sportbund.“ Flüge und Unterkunft werden nicht bezahlt. Auch die Fahrt zur deutschen Meisterschaft am 9. und 10. Juni in Hamburg, müssen die Sportler wahrscheinlich selbst zahlen. „Sollten wir aber nach Orlando fliegen, wollen wir unser Bestes geben und Mannheim gut vertreten.“

Der Verein hofft, Sponsoren an Land ziehen zu können. „Wir wollen zeigen, dass wir hier echten Leistungssport machen“, sagt Freudenberger. Als Gegenleistung bieten die Jags Auftritte auf Veranstaltungen an. „Wenn eine Firma ein Fest feiert und ein besonderes, unterhaltsames Bühnenprogramm will, sind wir da.“

Weitere Infos zum Verein unter psa-mannheim.de.

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