Mannheim

Donnerstag, 9. November 1989

Forderungen nach mehr Freiheit und der Wahrung von Bürgerinteressen wurden auch in Riesa immer lauter. Es war der 9. November 1989, ein Donnerstag – der Tag, an dem die Mauer fiel. An diesem Tag veröffentlichte die „Sächsische Zeitung“ eine Erklärung des Demokratischen Blocks (DB) des Kreises. Der DB war eine Vereinigung politischer Parteien und Organisationen in der DDR.

„Getragen von der Sorge, dass weitere Zehntausende, meist junge Menschen, die DDR verlassen und von Willensbekundungen der Bevölkerung, wenden wir uns an alle Bürger des Kreises Riesa und erklären: Das Vertrauen der Menschen ist durch die zu lange Sprachlosigkeit der Regierung, die zu lange Schönfärberei in allen gesellschaftlichen Bereichen, wirtschaftliche Fehlentwicklungen, Halbherzigkeiten und die Schaffung von Privilegien tief erschüttert.“

Dann zählte der DB 13 Forderungen auf. Unter anderem sollten jene öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden, die „das Leben unseres Volkes lähmten“. Außerdem sollten alle Parteien und gesellschaftlichen Kräfte gleichberechtigt im Wohngebiet arbeiten können. Auch die Kreispolitiker wurden angesprochen: „Wir fordern, dass sich die politischen Führungskräfte der Parteien, Organisationen und Bürgerinitiativen wöchentlich auf Zusammenkünften der Volksaussprache stellen.“ jor

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