Mannheim

Prozess Verdächtiger vier Jahre nach der Tat angeklagt

Dorint-Fall ab heute vor Gericht

Der Prozess, der am 1. April vor dem Landgericht beginnen sollte, dann aber wegen einer Krankheit des Verteidigers vertagt werden musste, soll heute um 9 Uhr eröffnet werden. Angeklagt ist ein 29-Jähriger, der sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten muss.

Die Tat ereignete sich bereits am 2. Juni 2015 vor dem Dorint-Hotel in der Innenstadt. Dort war der Angeklagte zu Fuß auf dem Gehweg unterwegs und stieß, so ergaben die Ermittlungen, mit einem 68-jährigen Fußgänger zusammen. Dabei fiel das Handy des 29-Jährigen zu Boden, woraufhin zunächst ein verbaler Streit zwischen den beiden entbrannt sein soll. Schließlich habe der Jüngere seinem Gegenüber einen Faustschlag versetzt, in dessen Folge der Ältere stürzte und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug. Durch den Aufprall zog sich der Mann Gesichtsfrakturen zu. Das Ausmaß der Verletzung zeigte sich aber erst drei Tage später: Aufgrund einer Hirnblutung, die er bei dem Sturz erlitten haben muss, verlor der Mann das Bewusstsein. Er starb am 14. Juli 2015 an einer Lungenentzündung, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.

Urteil für 29. April geplant

Die Polizei stand auf der Suche nach dem Täter vor einem Rätsel. Der Verdächtige meldete sich erst, als Verwandte des Opfers die TV-Sendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ kontaktierten. Dort wurde über den Fall berichtet, und der nun Angeklagte ahnte, als er die Sendung sah, dass er gesucht wird. Er stellte sich bei der Polizei und wurde gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Da Haftsachen bevorzugt behandelt werden, dauerte es weitere drei Jahre bis zum Prozess. Jetzt sind vier Verhandlungstage angesetzt, am 29. April soll das Urteil fallen. abo