Mannheim

Dringender Handlungsbedarf

Archivartikel

Diana Pretzell tritt ihr Amt als Umweltbürgermeisterin am 4. Januar an.

Der Klimaschutz stand trotz der Corona-Krise ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Die Städte spielen bei der Umsetzung der nationalen und globalen Klimaziele eine wichtige Rolle.

Was war 2020 gut fürs Kima?

Diana Pretzell: Wir haben weltweit erheblich weniger Kohlendioxid produziert – ein Effekt der Corona-Pandemie. In Mannheim sind wichtige Entscheidungen für mehr Klimaschutz getroffen worden, es wird mehr Geld eingesetzt, und es sind mehr Mitarbeiter mit dem Thema befasst, es wurde ein Dringlichkeitsplan aufgestellt, es gibt mehr Förderung für Solarenergie und Dach- und Fassadenbegrünung, es wird mehr für den Radverkehr getan. Besonders positiv ist auch, dass die Stadtwälder als äußerst wichtige Klimaschutzzonen jetzt stärker in den Blick genommen.

Was war im vergangenen Jahr nicht gut für den Klimaschutz?

Pretzell: Das Thema ist wegen der Corona-Krise in den Hintergrund getreten, dabei haben wir doch bei Corona gezeigt, dass wir schnell handeln können. Und wir hatten 2020 einen weiteren Dürresommer. Auch wenn sich viele daran vielleicht nicht mehr so erinnern. Es besteht aber weiterhin dringender Handlungsbedarf, und wir müssen in den kommenden Jahren lernen, wie wir das Thema Klimaschutz in unseren Alltag integrieren.

Ab 4. Januar haben Sie konkret die Möglichkeit, zu handeln. Was muss aus ihrer Sicht beim Klimaschutz 2021 besser werden?

Pretzell: Wir können bei vielem, das bereits begonnen wurde, jetzt richtig loslegen. Das Herzstück kann dabei ein Klimaschutzaktionsplan sein, den wir erstellen wollen, und der eine echte Sternstunde kommunaler Politik werden wird. Wir können Klimaschutz gemeinsam umsetzen. Zum Beispiel beim Ausbau der erneuerbaren Energien können wir mit Förderprogrammen gezielt Anreize schaffen auch für private Hausbesitzer. Für die zukünftige Entwicklung der Stadtwälder sollten wir ein Leitbild entwickeln und den Wald mit seiner Klima-Funktion in den Blick rücken. Und bei den Vorbereitungen zur Bundesgartenschau 2023 werden im neuen Jahr viele Projekte konkret werden.

Zum Thema