Mannheim

Strenge Vorgaben

E-Roller ab Samstag auch in Mannheim zugelassen

Mannheim.Am Samstag tritt die neue Verordnung zur Nutzung von Elektro-Rollern in Kraft. Der Mannheimer Verband des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) sieht die Regelungen kritisch. „Prinzipiell ist es natürlich gut, wenn Menschen vom Auto auf alternative Fahrzeuge umsteigen“, sagt Gerd Hüttmann vom ADFC. „Wenn nun aber Fußgänger zum E-Roller tendieren, haben wir mehr Verkehr als vorher – und es wird sowieso schon eng auf den Radwegen.“

Laut der Verordnung dürfen die Elektro-Flitzer nur auf Radwegen, Fahrradstraßen oder gemischten Wegen fahren. Verbotszonen sind laut einer Stadtsprecherin nicht geplant. „Die Gehwege und alle den Fußgängern vorbehaltenen Bereiche wie Fußgängerzonen sind entsprechend der Verkehrsordnung nicht für E-Roller zugelassen“, so die Sprecherin. „Die Einhaltung dieser Regel wird von unserem Ordnungsdienst überwacht.“

Im Mai hatte sich auch der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) zu dem Thema geäußert. Damals hieß es, es sei denkbar, dass klappbare Roller – anders als Fahrräder – kostenlos mitgenommen werden könnten. Die „letzte Meile“, also der Weg von der Haltestelle bis nach Hause oder ins Büro, könne dann mit dem Roller zurückgelegt werden. Auch ein Verleihsystem werde geprüft.

Die Verordnung tritt zwar am Samstag in Kraft, das heißt jedoch nicht, dass ab diesem Tag bereits E-Scooter auf den Straßen unterwegs sein werden. Laut einer Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums können die sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge erst auf die Straße, wenn eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) erteilt wurde. Nur so dürfen Besitzer sie dann mit dem aufgeklebten Kennzeichen eines Kfz-Haftpflichtversicherers im Straßenverkehr fahren. Wer mit nicht zugelassenen und nicht versicherten Scootern im Straßenverkehr rollert, macht sich strafbar und hat keinen Versicherungsschutz. Die entstehenden Schäden sind auch nicht von einer privaten Haftpflichtversicherung gedeckt.

„Die Erteilung der ABE ist kein Hexenwerk, aber in der Regel nur schwer nachträglich möglich“, sagt Siegfried Neuberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Er rechnet damit, dass Hersteller bald neue, zulassungsfähige Modelle auf den Markt bringen. Bis dahin sollten sich Käufer gedulden – oder auf Sharing-Anbieter zurückgreifen. „Wenn der Hersteller alle notwendigen Unterlagen zur Erteilung einer ABE beim Kraftfahrt-Bundesamt eingereicht hat, wird die ABE in der Regel innerhalb von zwei Wochen erteilt“, so die Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Demnach können de facto frühestens ab Juli E-Scooter am öffentlichen Verkehr teilnehmen.  

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