Mannheim

E-Scooter: 233 Verstöße bei Kontrollwoche in Mannheim und Heidelberg festgestellt

Archivartikel

Insgesamt 233 Verstöße – das ist die Bilanz der E-Tretroller-Kontrollwoche des Polizeipräsidums Mannheim in der Quadratestadt und in Heidelberg. Parallel dazu hatten auch die Ordnungsdienste Kontrollen durchgeführt. Die meisten Verstöße hat es in der Mannheim gegeben: Hier sind 187 Fahrer den Beamten ins Netz gegangen. In Heidelberg waren es 46. Das häufigste Fehlverhalten mit 113 Fällen war das Fahren in der Fußgängerzone. Auf den Planken waren es 106 Verstöße, in Heidelberg dagegen sieben.

In 37 Fällen stoppten die Beamten das Fahren auf dem Roller zu zweit, in 44 Fällen auf dem Gehweg. 17 Geisterfahrer waren unterwegs, vier Personen betrunken und fünf waren mit dem Smartphone am Ohr auf erwischt worden.

Im Polizeipräsidium Mannheim will man es nicht bei einzelnen Kontrollen belassen, sondern erklärt: Im täglichen Dienst sind alle Streifen dazu angehalten, die E-Tretroller im Auge zu behalten. Dass solche Kontrollen regelmäßig wiederholt werden müssen, um zu wirken – darin sind sich die Experten einig. „Viele haben nicht das Bewusstsein dafür, dass Strafen und Punkte drohen“, erklärte Verkehrspsychologe Peter Strohbeck-Kühner von der Universität Heidelberg.

Experten fordern regelmäßige Kontrollen

Verkehrskontrollen wie diese müssen nach Überzeugung von Experten regelmäßig wiederholt werden, um zu wirken - das gelte auch für die neuen Elektro-Tretroller. Die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung seien wissenschaftlich belegt, sagte Referatsleiter Timon Kuntz aus dem Stuttgarter Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur. Wiederholte Kontrollen seien besonders sinnvoll. "Dann hält der Effekt an."

Bei den Kontrollen in Mannheim und Heidelberg sei es auch wichtig, einmal ein gutes Lagebild zu bekommen, hatte Kuntz vor Veröffentlichung der Kontrollbilanz gesagt. Die Elektroroller seien frisch auf dem Markt. "Wir haben keine landesweite Lage, sondern wir haben jetzt ein Problem, das sich gerade herauskristallisiert." Die Schwerpunktaktion habe auch das Ziel, die Regeln bekannt zu machen. "Viele Menschen wissen nicht, dass E-Roller wie Kraftfahrzeuge sind und deswegen auch die Alkoholgrenzen gelten." Aufklärung und Sanktion seien gleichermaßen wichtig. "Es ist wichtig, dass wir konsequent zweigleisig fahren."

Der promovierte Verkehrspsychologe Peter Strohbeck-Kühner vom Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg sagte, er habe auf solche Kontrollen gehofft. Der E-Scooter sei ein neues Phänomen, und durch angekündigte Kontrollen könne man verankern, dass ein E-Scooter ein Kraftfahrzeug und nicht irgendein Spielzeug sei. "Viele haben nicht das Bewusstsein dafür, dass Strafen und Punkte drohen." Den Menschen solle auch bewusst werden, "dass nicht sie die Kontrolle über alles haben, sondern dass auch sie kontrolliert werden können". Das Regelbewusstsein sei noch nicht vorhanden.

"Es wird immer ein paar Rowdys geben, die unbelehrbar sind." Um die gehe es aber nicht zentral, sondern um die große Masse von Leuten, die E-Scooter fahren. "Es ist ganz wichtig, dass weiter kontrolliert wird", sagte Strohbeck-Kühner. "Einmalige Kontrollen verpuffen."

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