Mannheim

Freizeit Der französische Nationalfeiertag bildet Höhepunkt des Festivals „Es lebe der Sommer!“ / „Bal populaire“ auf dem Toulonplatz

„Ein Fest, bei dem sich alle treffen“

Es hätte nicht besser kommen können. Zumindest nicht für unsere französischen Nachbarn. Denn wenn die „Fête nationale“, also der Nationalfeiertag, ausgerechnet auf dasselbe Wochenende fällt, wie das Finalspiel der Weltmeisterschaft, gibt es gleich zwei Gründe um in absolute (Vor-)Feierlaune zu verfallen.

„Der 14. Juli ist ein Fest, an dem sich alle treffen“, sagt Virginie Jouhaud-Neutard, Geschäftsführerin des Institut Français in Mannheim. Das öffentliche Leben in Frankreich steht still, zehntausende Besucher säumen die Champs Élysées, wenn der Nationalfeiertag mit einer großen Militärparade begangen wird. „Als Kind freut man sich besonders, nicht zuletzt weil man ausnahmsweise nicht so früh ins Bett muss“, erzählt Jouhaud-Neutard. Denn außer in Paris werde in Frankreich eher abends gefeiert, sagt sie. Feuerwerk, Laternen- und Fackellauf tauchen das Land in blau, weiß und rot und erinnern an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789. Es wird gefeiert, gesungen, getanzt. Und nicht nur auf französischem Boden – der 14. Juli ist auch in der Region von Rhein und Neckar sichtbar.

Das Sommerfestival „Vive l’été! - Es lebe der Sommer!“ lässt schon seit dem 1. Juni ein Stück Frankreich lebendig werden. Sechs Wochen lang finden in der Metropolregion kleine und große Veranstaltungen statt, die rund 120 Städtepartnerschaften, mit ihren Vereinen sowie deren deutsch-französischen Aktivitäten eine Bühne bieten. Wie auch am Samstag: Bei dem traditionellen Gemeindefest „Rund um’s Schloss“ in Neckarhausen gibt es ab 15 Uhr bretonischen Cidre, Crêpe und Galettes aus Plouguerneau. Das Montpellier-Haus in Heidelberg hat ab 18 Uhr das Trio „Camille en Bal“ zu Gast, das französische Tänze beibringt. Nach Sonnenuntergang zeigen die Veranstalter des Sommerfestes „Unterm Apfelbaum“ die Komödie „Gemeinsam wohnt man besser“. Den Höhepunkt und Abschluss des französischen Nationalfeiertags bildet allerdings das Fest „Bal populaire“ auf dem Toulonplatz bei freiem Eintritt. Los geht es um 15 Uhr. Neben der Gruppe „Sales Gosses“, tritt auch Clemens Maria Kitschen auf und bringt mit seinem Akkordeon den Klang der französische „Musette“ auf den Toulonplatz. Der Kabarettist Martin Graff ist ebenfalls da: Er zeigt mit seinem Programm „Gedankenschmuggel“ das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen auf amüsante Art und Weise auf.

„Der 14. Juli ist für Frankreich ein Stück kultureller Identität und eine Hymne an die Republik und an die Demokratie“, sagt Jouhaud-Neutard. Seinen Nationalfeiertag im Nachbarland feiern zu dürfen, sei ein besonderes Zeichen der Freundschaft und eine schöne Art, die Kultur und die Liebe zur Heimat des anderen zu teilen.