Mannheim

„MM“-Leserin

Ein Hit von Albert Hammond

Archivartikel

Ein Sonntagmorgen im Sommer 1972. Es regnet. Schon wieder. Etwas genervt fange ich an, Staub zu wischen. Höre dabei gedämpfte Musik aus dem Radio. Da ertönt ein Lied, das mich ins Träumen versetzt.

„It never rains in Southern California.“ Der Brite Albert Hammond war mir zuvor unbekannt, jetzt summte ich sein Lied mit. „It never rains in Southern California.“ Ja, dort müsste man jetzt Urlaub machen können, dort müsste man jetzt leben. „It never rains in Southern California.“ Wie glücklich und unbeschwert müssen die Menschen dort sein, immer frohgelaunt. Am Strand liegen, die Seele baumeln lassen. „It never rains in Southern California.“ Dieses Lied von Albert Hammond ging durch die ganze Welt, wurde zum Hit.

Ein Sonntagmorgen im Sommer 2018. Die Sonne scheint, kaum, dass ich die Augen geöffnet habe. Die Sonne brennt heiß, verbrennt Wiesen, bestellte Felder. Die Bäume ächzen, werfen verfrüht ihre welk gewordenen Blätter ab. Durch die sengende Hitze ausgebrochene Feuer geistern durch die Medien. Verzweifelte Menschen bangen um ihr Hab und Gut. Ich flüchte vor einem aggressiven Wespenschwarm auf meinem Balkon in die Wohnung, schließe die Tür.

„It never rains in our country,

it never rains in our town.“ Meine Träume sind verflogen.

Von unserer Leserin Renate Sinn