Mannheim

Geburtstag Ehemaliger Hochschul-Rektor Dietmar von Hoyningen-Huene wird 75 / Erfolgreicher Botschafter Mannheims in Stuttgart

Ein Mann mit Energie und Engagement

Archivartikel

Er hat kein öffentliches Amt mehr – aber er wird bei Veranstaltungen weiter voller Respekt und Dankbarkeit mit all der Prominenz herzlich begrüßt und stets ganz vorn platziert: Dietmar von Hoyningen-Huene. Denn auch wenn er heute seinen 75. Geburtstag feiert, kennzeichnen ihn weiter enormes, energiegeladenes ehrenamtliches Engagement und gleichfalls enormer Einfluss.

„In einem Jahr haben meine Frau und ich Goldene Hochzeit, das ist viel wichtiger“, begründet er, warum es heute kein großes Fest gibt. Zugleich beweist er damit, was ihn auszeichnet: persönliche Bescheidenheit und von einem christlichen Menschenbild geprägte Bodenständigkeit. Dabei verbindet Hoyningen-Huene wie kaum jemand wissenschaftliche Gründlichkeit mit herausragenden Managementqualitäten. Verbunden mit hocheffizientem, diszipliniertem und akribischem Arbeitsstil, mitreißender Dynamik und Überzeugungskraft sowie der großen Gabe, nachhaltig Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, machte ihn dies zum „Motor für Wissenschaft und Wirtschaft“, wie ihn Oberbürgermeister Peter Kurz vor fünf Jahren rühmte.

In dessen Diensten stand Hoyningen-Huene zuletzt. Bis August 2017 leitete er neun Jahre lang das Kontaktbüro der Stadt bei der Landesregierung. Dann schied er, wie er sagte, aus Altersgründen aus – auch wenn man zwischen den Zeilen Frust hören konnte. Inzwischen hat die Stadt dieses Büro geschlossen – wohl in der Erkenntnis, dass keiner so erfolgreich für Mannheim „Klinken putzen“ bei Ministerien, Fäden ziehen, Türen öffnen und Wege bereiten kann wie Hoyningen-Huene.

Ganz zurückgezogen hat er sich nicht – dafür ist Hoyningen-Huene viel zu sehr Kämpfernatur. Hinter den Kulissen versucht er weiter, angefangene Projekte zu einem guten Ende zu bringen, etwa bei der Unterstützung des Klinikums, der Medizintechnik und der Etablierung eines Fraunhofer-Instituts.

Doch so gerne er an der Seite der Stadt und für die Stadt kämpft, so sehr kann man im Rathaus Hoyningen-Huene auch als Gegner erleben. So behauptet er als Vorsitzender des Kuratoriumsvereins der Abendakademie, der dort 30-prozentiger Mitgesellschafter ist, mit Vehemenz die Eigenständigkeit der Volkshochschule gegenüber der Stadt.

Kampf fürs Kammerorchester

Das Rüstzeug für all diesen Einsatz hat sich der in Lodz (Polen) geborene, aber längst zum Kurpfälzer gewordene Jubilar an der Hochschule Mannheim geholt. Nach dem Studium der Verfahrenstechnik sowie Tätigkeit bei der BASF wurde er 1972 hier Professor, 1981 Prorektor und 1985 Rektor. Als seine Ära 2007 zu Ende ging, hatte er Studentenzahl und Fläche verdoppelt, neue Studiengänge etabliert und zugleich in seinen 20 Jahren an der Spitze der Landesrektorenkonferenz gezeigt, wie erfolgreiche Lobbyarbeit geht.

Dieses Talent nutzt er jetzt für andere Zwecke – etwa um als Verwaltungsrat der Gemeindediakonie Aufträge bei der Wirtschaft für Behindertenwerkstätten zu akquirieren oder die Stiftung Technoseum aufzubauen. Besonders viel Zeit bringt er als Vorsitzender des Trägervereins des Kurpfälzischen Kammerorchesters auf, seine Erfahrung ist in vielen Hochschulräten, Beiräten und Aufsichtsräten gefragt. Aber man kann stets auf seine Hilfe zählen und zugleich mit ihm auch sehr herzlich lachen – was er nicht nur als Präsident der Herrenrunde „Trinkwasser-Sparverein“ beweist.