Mannheim

Prinzenfrühstück Dirk II. will dem Feuerio erhalten bleiben

Ein Morgen der Komplimente

Archivartikel

Über die Frage, wer wie viele Kilogramm bekommt, wird noch gefeilscht – aber die Ketscher Karnevalsgesellschaft „Narrhalla“ steht vor einem Problem: „Ich komme zurück, aber sie muss mich künftig mit dem Feuerio teilen“, verkündete Prinz Dirk II., der ja zugleich Präsident der „Narrhalla“ ist, gestern Morgen beim Prinzenfrühstück des Feuerio-Senats im Schloss.

Seit 1904 gibt es diesen traditionsreichen Vormittag, mit stets den gleichen Regularien. Dazu gehört, dass man den Prinzen auf die Schippe nimmt, seine Ausrutscher glossiert. Aber Fehlanzeige – es gab keine.

9000 Euro für die Jugendarbeit

„Ein Riesenkompliment“ machte nicht nur Feuerio-Präsident Bodo Tschierschke dem Prinzen: „Wir sind stolz auf Dich!“ Zumindest die Presse findet sonst immer einen Kritikpunkt, aber Bert Siegelmann (RNF), der turnusgemäß an der Reihe war, für die „Journaille“ zu sprechen, fand kein Skandälchen: „Dirk ist einfach klasse! Er kann reden, kann sein Motto auswendig, tritt beim Walzer der Prinzessin nicht auf die Füße, weiß sich zu benehmen.“

Selbst der Oberbürgermeister stimmte in diese Lobeshymnen ein und gratulierte dem Feuerio „zu einer hervorragenden Prinzenwahl“. Dafür erwies sich Peter Kurz wieder auf gewohnt intellektuell hohem Niveau und mit einem Schuss Selbstironie als guter Büttenredner, der der Herrenrunde im Schloss verriet: Die Verwaltung dürfe nie zu gut erscheinen, sonst gehe der „gesellschaftliche Kitt“ der gemeinsamen Kritik an „denen da oben“ verloren, meinte er. Schon Tradition ist auch, dass der OB es schafft, aus der Herrenrunde einen großen Chor zu formen – diesmal zum Lied „Nach LU, da gibts zwei Brücken, gibts da nicht zwei Brücken, dann gehen wir nicht nach LU“.

Scharfzüngig-geschliffen brillierte zudem wieder Frank Hüther – in der Kampagne schmerzlich vermisst – in der Bütt mit einem politischen Parforceritt. Aber auch er hatte nur Lob für den – von Mc Donalds gesponserten – Prinzen, bezeichnete ihn als „kein Fast Food, sondern Big Mac mit doppeltem Filetsteak“.

Neu in den Kreis des Senats nahm Senatspräsident Thomas Fleck, Vorstand der Volksband Sandhofen, Gerald Rehn von der BW Bank und Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, auf. Und Stolze überreichte symbolisch immerhin 9000 Euro an Bodo Tschierschke – den Betrag, den allein die Teilnehmer dieses Vormittags im Schloss für die Jugendarbeit des Feuerio stifteten.

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