Mannheim

Ein noch löchriges Netz

Klar: Stets einen Mehrwegbecher mit sich rumzutragen, kann lästig sein. Ohne größere Tasche ist es fast unzumutbar. Doch beim Mannheimer System gibt es etwas, das in jeden Geldbeutel passt: eine Wertmarke, gegen die man den leeren Becher eintauschen und beim nächsten Mal einen neuen bekommen kann. In der Theorie genial. In der Praxis funktioniert es aber noch nicht sonderlich gut. Bei einer Stichprobe um die Mittagszeit auf dem Paradeplatz hatte kein einziges der anliegenden Geschäfte, die Kaffee zum Mitnehmen verkaufen, überhaupt einen „Mannheim-Becher“ im Angebot.

Das kann Zufall gewesen sein, manche wollen wohl Becher nachbestellen. Aber als Kunde würde man ja auch keine empirische Untersuchung über einen längeren Zeitraum machen. Sondern wäre schon von zwei, drei vergeblichen Versuchen genervt.

Nun ist das System extra auch nicht so ausgelegt, dass nicht alle beteiligten Geschäfte leere Becher zurücknehmen und dafür neue ausgeben müssen. Wer keine Spülmaschine hat, kann das schlicht nicht. Aber wichtig wäre ein engmaschiges Netz. Noch ist es viel zu löchrig. Kein Wunder, die Aktion läuft ja nicht mal seit vier Monaten.

Und dafür ist beachtlich, dass bereits mehr als 6000 Becher verkauft wurden. Dem Vernehmen nach auch an einige, die ihren löblicherweise oft dabei haben.

Sehr sinnvoll ist, dass nun auch Schulen, die Uni und verstärkt Firmenkantinen als Partner gewonnen werden. Dort sind die Wege oft so kurz, dass auch das Mitsichtragen der Becher durchaus zumutbar sein dürfte.