Mannheim

Kapuzinerplanken Schornsteinfeger sammeln am letzten Tag von Silvestermarkt Spenden für krebskranke Kinder

Ein Stückchen Glück zum Jahreswechsel

Archivartikel

Wer am Vormittag dieses letzten Tages in 2019 über den Mannheimer Silvestermarkt läuft, kann den Enthusiasmus förmlich in der Luft spüren. Und der rührt keineswegs nur von all den guten Vorsätzen, die zahllose Menschen bei einem letzten Bummel vor dem Jahresausklang freudig in den Sinnen tragen. Nein, es sind mehr als ein Dutzend Schornsteinfeger, die hier längst schon traditionell für schiere Begeisterung sorgen. Und das hat Gründe, die tief in das karitative Herz von Karsten Schüssler reichen.

Inspiriert von der Arbeit, die Karlheinz Böhm mit seiner Aktion „Menschen für Menschen“ leistet, sucht der Schornsteinfegermeister kurz nach dem Millennium nach einer Initiative, um sich in der Region zu engagieren – und wird bei der Aktion für krebskranke Kinder der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe sofort fündig. „Die Kleinsten in unserer Gesellschaft, die durch ihre Krankheit mit so vielem kämpfen müssen, haben jede Unterstützung verdient“, weiß Schüssler schon zu Beginn der Aktion 2001 – und setzt damit ein Zeichen, das fortan immer weitere Kreise zieht.

Denn der beliebte und humorvolle Glücksbringer Schüssler kann mit den Jahren nicht nur immer mehr seiner eigenen Kollegen davon überzeugen, völlig ehrenamtlich aus der ganzen Region nach Mannheim zu kommen, um mit einem kurzen Erinnerungsfoto Spenden zu sammeln: Auch in der Bürgerschaft wird die Aktion immer bekannter und beliebter. Und so wird auf den Kapuzinerplanken gedrückt und geherzt, gelacht und geredet.

Belohnung für Engagement

Unter den Besuchern gibt es längst zahlreiche Wiederholungstäter, die aus Überzeugung immer wieder kommen. So wie Anna Ehret, die voller Überzeugung sagt: „Wer sich so für das Gute engagiert, muss belohnt werden – und wenn ich mir mit einer kleinen Spende dann noch mein eigenes Stückchen Glück abholen darf, kann man sich doch kaum noch mehr wünschen.“ Dabei hagelt es für Besucher und Schornsteinfeger im Verlauf der Stunden immer wieder Überraschungen. Etwa als Heidi Kretzschmar mit ihrer fünfköpfigen Gruppe über den Silvestermarkt schlendert und zielstrebig auf die traditionell Uniformierten zugeht. Die muntere Damen-Gruppe verbringt den Jahresausklang traditionell immer gemeinsam in einer neuen Stadt, „aber Mannheim hat uns so überragend gut gefallen, dass wir sogar schon zum zweiten Mal hier sind – und extra vorbeischauen wollten, um uns eine wunderbare Erinnerung zu sichern und etwas Gutes zu tun“, so Kretzschmar. Bei so viel Freude kann selbst Stadtprinzessin Maren-Michelle I., die die karitative Aktion mit ihrem Besuch beehrte, bei winterlichen Temperaturen nur strahlen. „So ein Aufgebot hat mich tatsächlich noch nie erwartet“, wie die Lieblichkeit der Feudenheimer Lallehaag klarstellt – und sich freut, sich in ihrer Kampagne auch fernab der Fasnacht für Kinder und ihre Belange einsetzen zu können. Und als sei das noch nicht genug, gab es neben zahllosen Küsschen und Umarmungen für die Besucher von der Schornsteinfeger-Ente bis zum klassischen Glückspfennig, von der Mini-Figur für die Geldbörse bis zur Deko für zu Hause noch ein Souvenir für die großzügige Spende mit dazu. Dabei stellten die Schornsteinfeger gleich selbst unter Beweis, wie viel Glück sie zu bringen in der Lage sind.

Die junge Meisterin Melanie Geider, die für die Aktion eigens aus Kronau nach Mannheim kam, beweist seit neun Jahren, dass es auch eine Frau in einem Männer-Metier sehr weit bringen kann. Fabio Ferreira da Silva und Moana Tashina Meinka haben sich durch den Besuch der Ulmer Meisterschule selbst das eigene große Liebes-Glück beschert. Für Elfriede Breiter, die den Mannheimer Ortsverband der Leukämie Forschungs-Hilfe im Vorstand vertritt, ist die Aktion „ein Traum, der von Herzen kommt.“

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