Mannheim

Geburtstag Altstadtrat Winfried Höhn wird 90 Jahre alt

Ein Urgestein der Kommunalpolitik

Archivartikel

„Nicht der Beginn ist lobenswert, sondern das Durchhalten“, sagt die Heilige Katharina von Siena. Mit Winfried Höhn wäre die mittelalterliche Kirchenlehrerin sicher zufrieden, denn er hat in all seinen Ämtern lange durch- und auch manches ausgehalten: 25 Jahre lang SPD-Ortsvereinsvorsitzender auf der Rheinau, fast 30 Jahre Stadtrat, sogar 40 Jahre lang Vorsitzender eines Sportvereins. An diesem Dienstag erreicht er eine sehr persönliche, aber ebenso beeindruckende Marke: Er wird 90 Jahre alt.

Der Stadtteil, mit dem er untrennbar verbunden bleibt, ist die Rheinau. Seit seinem vierten Lebensjahr wohnt er hier. 1957 – er ist 28 – wird Höhn Vorsitzender des Sportclubs Rot-Weiß Rheinau. Und er bleibt es 40 Jahre. Längst trägt die schmucke Vereinsanlage am Rheinauer See seinen Namen. 1964 stößt der Mitbegründer der örtlichen katholischen Jugend und selbstständige Kaufmann zur SPD, führt mehr als 25 Jahre ihren Ortsverein auf der Rheinau. 1971 wird er Stadtrat, bis er 1999 aus völlig freien Stücken auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Als Erfolge seiner Arbeit sieht er selbst den Bau des Konrad-Duden-Schulzentrums, die Untertunnelung der Schnellbahntrasse auf dem Pfingstberg, das Neubaugebiet Rheinau-Süd und die zweite Zufahrt zum Rheinauhafen. Bei Sportlern unvergessen ist sein Einsatz für den Ausbau zum Carl-Benz-Stadion.

Mut zur eigenen Meinung

Dabei bleibt Höhn sich stets treu, scheut sich auch nicht, im Gemeinderat anders zu stimmen als seine SPD, und dies auch als Einziger – sei es gegen die Resolution für einen Abzug der Bundeswehr oder gegen die Gewerbesteuer-Erhöhung. Von seinem Ansehen zeugt die Verleihung der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Mannheim im Jahr 2000.

Nach dem Tod seiner Frau, mit der er mehr als 65 Jahre lang verheiratet ist, ermöglicht es die Unterstützung seiner Familie, auch das fortgeschrittene Alter in jener Umgebung zu verbringen, die ihm vor 86 Jahren Heimat wird. Der Familie gehört daher der Geburtstag, vor allem auf seine zwei kleinen Urenkel freut er sich. Wer gratulieren möchte, hat dazu Gelegenheit beim Empfang, den der SC Rot-Weiß für ihn am Samstag um 11 Uhr im Clubhaus ausrichtet.

Zum Thema