Mannheim

Fasnacht Ehepaar Hartung lädt zum 39. Mal zur beschwingten Matinee / Karten am Samstag

Ein Vormittag mit Kultstatus

Die vielen Appelle verhallen nicht ungehört: „Machen Sie weiter“, heißt es immer wieder in Briefen, Postkarten und bei Anrufen beim Ehepaar Hartung. Auch auf der Straße werden sie oft angesprochen. Und daher gibt es sie wieder, zum 39. Mal – die sogenannte Hartung-Matinee am Sonntag, 24. Februar, im Rosengarten mit dem Nationaltheaterorchester. Am kommenden Samstag ist der Kartenverkauf für diese Kult-Veranstaltung für Freunde locker-leichter klassischer Musik.

Selbst die Musiker des Nationaltheater-Orchesters haben dem Ehepaar zu Weihnachten geschrieben, wie gerne sie bei dem Termin auftreten und dass ein Verzicht auf die Matinee eine große Lücke reißen würde. Und jedes Mal erlebe sie wieder die besondere Atmosphäre und das dankbare Publikum, so Angelika Hartung: „Die Menschen nehmen einem in den Arm, schütten die Hand, klopfen uns auf die Schulter und ermuntern uns immer wieder, weiterzumachen!“ Daher sei klar: „Solange die Nachfrage da ist und wir die Kraft haben, werden wir den Menschen diese Freude machen“, verspricht sie.

Programm bleibt geheim

Das ist auch das Hauptmotiv: „Wir wollen einfach den Menschen eine Freude machen. Das ist unser Beitrag zum Allgemeinwohl“, erklärt Angelika Hartung. Denn das Ehepaar verdient mit dem Vormittag nichts – im Gegenteil. Sie machen alles auf eigene Kosten, eigenes Risiko, organisieren die Veranstaltung komplett alleine, maßgeblich unterstützt von Gisela Selbitschka, der früheren Sekretärin von Roland Hartung. Dabei ist das größte Problem, den Mangel an Karten zu verwalten – denn mehr als 2300 Gäste dürfen nun einmal nicht in den Mozartsaal.

„Wir hatten das nie so vor, hatten keinen Ehrgeiz und hätten nie gedacht, dass es sich so entwickelt“, blickt Angelika Hartung zurück. Die Idee entstand 1980 in jenem Wahlkampf, in dem Roland Hartung für die CDU gegen Wilhelm Varnholt (SPD) als Oberbürgermeister antrat. Erfolglos zwar – aber doch wurde das zur Geburtsstunde einer originellen Veranstaltung, wie sie oft kopiert, aber nie erreicht wurde.

Hartung wandelte sich seither vom Kommunalpolitiker zum erfolgreichen, als „Energiemanager des Jahres“ geehrten Vorstandsvorsitzenden der MVV und schließlich zum vielfältig engagierten Pensionär, der auch mit über 80 noch sehr energiegeladen ist. Die Matinee war immer allein Sache von ihm und seiner Frau, weder CDU noch MVV hatten je etwas damit zu tun.

Ein wichtiger Erfolgsgarant ist stets Karl-Heinz Bloemeke. Von 1981 bis 1985 stellvertretender Generalmusikdirektor am Nationaltheater, ging er dann als Professor nach Detmold und ist nun auch Pensionär. Mit seiner humorvoll-spritzigen Moderation hat er die Matinee zu einem mustergültigen Unikat der leichten Muse gemacht.

Nie verrät er vorher, was genau gespielt wird. Operettenmelodien, Walzer und Märsche – das reicht, dass sich die Leute morgens um 5 Uhr in die Warteschlange stellen, um Tickets zu ergattern. „Er macht ein flottes Programm, darunter etwas zu Jacques Offenbach, der ja 200 Jahre alt würde“ – mehr lässt Angelika Hartung nicht durchblicken.