Mannheim

Einblick ins „Chefsein“ bekommen

Archivartikel

Praktikumsbewerbungen sortieren, Baupläne zeichnen und dabei den Überblick behalten, wo in Mannheim eine neue Szenekneipe aufmacht: Auf meine aktuellen Aufgaben hat mich mein Germanistikstudium nur bedingt vorbereitet – wohl aber mein Volontariat beim „MM“, also die zwei Jahre dauernde Ausbildung zur Redakteurin. Als „Leiterin des Büros der Chefredaktion“ halte ich seit einem Monat den Mitgliedern der Chefredaktion den Rücken frei.

Neben klassischen Assistenzaufgaben wie das Anmelden zu Seminaren oder das Koordinieren von Terminen mit Kollegen aus anderen Abteilungen, unterstütze ich den „MM“-Chefredakteur Dirk Lübke beim „Chefsein“ – sei es beim Einladen von Lesern in die Redaktion oder bei der Vorbereitung von Sitzungen.

Was es bedeutet, Chefredakteur zu sein, konnte ich in den vergangenen anderthalb Jahren beobachten. Von September 2016 bis April 2018 war ich als Volontärin in den Ressorts des „MM“ tätig. Ich blicke auf Artikel über das Türkeireferendum genauso zurück wie auf das Porträt einer Gugelhupfbäckerin aus der Pfalz, das Video vom Fasnachtsumzug oder die Nacht, die ich mit der Polizei auf dem Berliner Platz in Ludwigshafen verbracht habe.

Doch auch wenn ich jetzt (vorerst) keine Artikel schreibe, bin und bleibe ich im Herzen Journalistin: Mit meiner Kollegin Stefanie Maier aus der Anzeigenabteilung betreue ich das Jugendportal des „MM“, „Ich liebe Mannheim“, oder kurz „ILMA“. Darin stellen wir in redaktionellen Beiträgen außergewöhnliche Personen, kuschlige Cafés, versteckte Bars und andere Geheimtipps vor. Da können wir das „Chefsein“, wie ich es mir von den „MM“-Chefredakteuren abschaue, schon mal im Kleinen üben.

Angesichts der vielen Herausforderungen im Alltag bin ich umso glücklicher, dass ich eine Sache aber nie erledigen muss: dem Chefredakteur den Kaffee bringen. „Das gehört schon lange der Vergangenheit an“, sagt er. Gut so, denke ich, und arbeite weiter.

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