Mannheim

Chronik Die Auswirkungen der Hygienemängel

Eine Affäre mit Folgen

Oktober 2014: Das Regierungspräsidium Karlsruhe geht einem anonymen Hinweis nach und inspiziert die Sterilisationsvorgänge im Klinikum. Es stellt dabei massive Hygienemängel fest. Staatsanwälte und Polizei beschlagnahmen kistenweise Unterlagen und chirurgische Bestecke.

Oktober/November 2014: Der bisherige Geschäftsführer tritt zurück. Es folgt die Doppelspitze mit Jörg Blattmann und Frederik Wenz.

Februar 2015: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur gegen Unbekannt, sondern auch gegen sechs Mitarbeiter des Klinikums.

April 2015: Eine unabhängige Expertenkommission kritisiert, dass in der Vergangenheit das Risikomanagement nicht funktioniert und es zu wenig und schlecht geschultes Personal gegeben habe. Die inzwischen erfolgte Umstrukturierung sei jedoch fach- und sachgerecht.

2015: Als Folge der Hygieneaffäre schreibt die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) im Geschäftsjahr 2014 rote Zahlen. Belastend hinzu kommt die Beteiligung am Südhessischen Klinikverbund (SHK) mit drei defizitären Krankenhäusern.

Februar 2016: Der SHK meldet ein Insolvenzverfahren an.

Mai 2016: Der Gemeinderat beschließt, dass die Stadt zu 100 Prozent für Darlehen der UMM in Höhe von 65 Millionen Euro bürgt.

November 2017: Es wird bekannt, dass das Klinikum deutlich mehr Geld von der Stadt benötigt.

Dezember 2017: Der Gemeinderat beschließt ein umfangreiches „Rettungspaket“ (so Kämmerer Christian Specht). Es sieht bis einschließlich 2019 insgesamt 58 Millionen Euro an zusätzlichen Hilfen vor.

19. Januar 2018: Die Staatsanwaltschaft gibt bekannt, Anklage gegen den früheren Geschäftsführer Alfred Dänzer zu erheben. wam/stp/sma

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