Mannheim

Herzogenriedpark Bund bewilligt fünf Millionen Euro für die Multihalle / Hoffnung aufs Land

„Eine baukulturelle Ikone“

Archivartikel

Die Bundesregierung erhebt die Sanierung der Multihalle in den Rang eines „Nationales Projekts des Städtebaus“. Das gab gestern Bundesinnenminister Horst Seehofer in Berlin bekannt. Damit ist ein Zuschuss von fünf Millionen Euro verbunden – und die Erwartung, dass die Landesregierung einen Betrag in gleicher Höhe zahlt.

Für das Programm gab es bundesweit 118 Bewerbungen. 141 Millionen Euro standen zur Verfügung. 35 Projekte dafür suchte eine Fachjury aus, deren Votum für Mannheim bereits positiv ausgefallen war (wir berichteten). Das letzte Wort hatte aber die Spitze des Ministeriums. Die billigte nun die, so der offizielle Titel, „Revitalisierung der Multihalle“ – als eines von fünf Vorhaben in Baden-Württemberg und das mit der höchsten Fördersumme.

Sanierung des Dachs

Man wolle damit „einen Beitrag zur Erhaltung und Instandsetzung einer baukulturellen Ikone“ leisten, deren „beeindruckendes Tragwerk ein herausragendes Beispiel deutscher Ingenieurskunst ist“, so die Begründung von Seehofer. Die „innovative Nutzungskonzeption sieht die Halle als überdachten Freiraum und Begegnungsort der Stadtgesellschaft im Kontext der Bundesgartenschau vor“, begründet das Bundesinnenministerium die Förderung.

Verwendet werden soll der Zuschuss für die Sanierung der frei tragende Dachkonstruktion aus hölzernen Latten, die von Frei Otto (bekannt vom Münchner Olympiastadion) stammt und weltweit als „architektonisches Wunder von Mannheim“ bekannt ist. Dafür war zuletzt ein Betrag von 14,2 Millionen Euro geschätzt worden.

Aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ war in Mannheim bisher nur der Umbau des Ochsenpferchbunkers zum Marchivum bezuschusst worden. Dass eine Stadt mehrfach bedacht wird, ist äußerst selten. Der Bund hatte Mannheim aber sogar offiziell aufgefordert, sich zu bewerben, nachdem im Sommer 2018 die Multihalle bei der 16. Internationalen Architekturbiennale in Venedig als „Sleeping Beauty“, also „Schlafende Schönheit“, präsentiert wurde. Gleich in der Folgewoche war Staatssekretär Gunther Adler aus dem Bundesinnenministerium nach Mannheim gekommen, um die Multihalle zu besichtigen.

Hoher Betrag

Danach hatte sich in Berlin zudem CDU-Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel für das Thema starkgemacht. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, erneut eine nennenswerte Bundesförderung nach Mannheim zu holen“, sagte Löbel gestern: „Mit unserer städtebaulichen Idee haben wir die Fachjury qualitativ überzeugt. Gleichzeitig haben wir unseren politischen Einfluss in Berlin genutzt“, so Löbel. Dass die Jury mit fünf Millionen Euro einen für eine Einzelförderung ungewöhnlich hohen Betrag ausgelobt hat, liegt nach Löbels Worten auch in der „sehr guten Bewerbung“ der Stadt sowie in der positiven, bundesweit wahrgenommenen Berichterstattung über die Multihalle. Nun erwarte er, dass das Land die gleiche Summe zur Verfügung stelle.

„Wir freuen uns sehr“, reagierte Oberbürgermeister Peter Kurz auf die Förderung des Bundes: „Jetzt haben wir die Chance, das Projekt Multihalle in die Zukunft zu führen“, sagte Kurz. Zufrieden äußerte sich ebenso SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer: „Die Multihalle hat eine herausragende Bedeutung. Mit den Bundesmitteln eröffnen sich ganz neue Chancen für die Zukunft, auch im Hinblick auf die Entwicklung des Herzogenriedparks.“

Info: Dossier unter morgenweb.de/multihalle