Mannheim

Waltraud Kirsch-Mayer zu Änderungen bei den BBT-Kliniken

Eine Chance voll Wehmut

Archivartikel

Aus Zwei mach Eins! Das gilt seit 1995 für das Theresienkrankenhaus und die St.-Hedwig-Klinik. Inzwischen kann man sagen: Aus zwei fusionierten katholischen Ordenskrankenhäusern und einer evangelischen Klinik, dem „Diakonissen“, wird nun ein christlicher Hospitalverbund – unter dem Dach der BBT-Gruppe. Dass mit dem Trägerwechsel auch strategische Veränderungen kommen würden, war von Anfang an so sicher wie das Amen in der Kirche. Schließlich müssen in einer Zeit, da viele Kliniken schon vor der Virus-Pandemie rote Zahlen schrieben und Corona-Herausforderungen zusätzliche Defizite brachten, auch „Barmherzige Brüder“ wirtschaftliches Management im Blick behalten. Klar kommt Wehmut bei dem Gedanken auf, dass dort, wo einst die Familie des Geheimen Kommerzienrats Heinrich Lanz residierte und die St.-Hedwig-Klinik begann, nur noch bis Jahresende Babys auf die Welt kommen, außerdem Frauen behandelt wie operiert werden. Und naheliegend dürfte auch sein, dass die Zusammenführung von zwei bislang örtlich getrennten wie eigenständigen Abteilungen nicht ohne Geburtsschmerzen vor sich gehen dürfte. Aber dafür eröffnet ein gebündeltes Fachzentrum für Geburtshilfe und Gynäkologie am „Diako“-Standort vielfältige Chancen – auch in Konkurrenz zur Universitätsmedizin.

Dass in dem A 2-Hospital das Ende für die Kreißsäle so schnell kommt, mag verwundern – komplett überraschend ist es freilich nicht. Schließlich hat bereits vor einigen Wochen die Berufung des ärztlichen „Diakonissen“-Chefs zum Gesamtdirektor der Mannheimer BBT-Kliniken signalisiert, dass es hausübergreifend neue Konzepte geben wird.

 
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