Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen Mäzenin Traudl Engelhorn eröffnet „Glaskunst“-Ausstellung

Eine erlesene Sonderschau

Sie ist 92 Jahre alt, aber hat doch den Weg aus der Schweiz auf sich genommen. Und nun strahlt sie mindestens so wie die Objekte, um die es geht. „Ich bin so glücklich“, sagt Traudl Engelhorn, „dass ich anderen Menschen eine Freude machen kann!“ Sie und ihr Mann Peter Engelhorn haben über Jahrzehnte Glaskunst gesammelt, und die wird jetzt im Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen in der Sonderausstellung „Chromatik - Klang der Farbe in der modernen Glaskunst“ präsentiert.

Dies passiert „auf eine Art und Weise, die das Herz bewegt“, lobte die 92-jährige Mäzenin das Arrangement durch Kuratorin Eva-Maria Günther. Traudl Engelhorns 1991 gestorbener Mann Peter Engelhorn war ein Urenkel des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn, Gesellschafter des Pharma-Unternehmens Boehringer Mannheim (heute Roche) und zählte einst zu den Mitbegründern des Fördererkreises der Reiss-Engelhorn-Museen.

Exponate aus Lausanne

Das Ehepaar hat „jahrzehntelang mit ausgeprägter Leidenschaft und hohem Sachverstand eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Glaskunst in Europa zusammengetragen“, so Kulturbürgermeister Michael Grötsch bei der Ausstellungseröffnung. Nach „Zart & rau“ 2015 könnten die Mannheimer nun zum zweiten mal daran teilhaben, „womit exquisite Stücke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind“.

Die Exponate stammen aus der Glassammlung des mudac – Museum für zeitgenössisches Design und angewandte Kunst in Lausanne, dessen Direktorin Chanal Prod’Horn zur Eröffnung betonte, wie gerne sie mit dem „wunderbaren Museum“ in Mannheim zusammenarbeite. Im Mittelpunkt der, so Grötsch, „erlesenen Schau“ steht nach den Worten von Kuratorin Eva-Maria Günther das faszinierende Spiel von Licht und Farbe. „Es sind Arbeiten von geradezu magischer Qualität“, so Günther.

Doch die 36 Exponate sind, wie der Kulturbürgermeister betonte, nur „ein verheißungsvoller Vorgeschmack“. Künftig wird das Thema Glaskunst nämlich in Mannheim „fest verankert“, so Grötsch. Er meinte damit das derzeit in C 4, 12 entstehende neue Museum Peter und Traudl Engelhorn-Haus, das ab 2021 ständig ein hochkarätiges Ausstellungsprogramm zu Glaskunst und Fotografie zeigen soll.

Alissa Gerlich, Tochter der Sammlerin und Vorsitzende des Stiftungsrats der Brombeerenstiftung, betonte den „unbändigen Willen“ ihrer Mutter, dass die Region, in der die Familien ihre Wurzeln hätten, auch diese Kunstwerke auf Dauer sehen könne: „Es ist ihr und uns ein großes Anliegen, Gesellschaft mit zu gestalten.“ Daher freue man sich, wenn die Exponate „dauerhaft ihren Platz“ in Mannheim bekommen. Dafür dankte herzlich Susanne Wichert, Direktorin der Stiftungsmuseen der Reiss-Engelhorn-Museen. „Es ist schon wunderbar, solche Stifter, solche Familien zu haben“, freute sich Wichert.

Info: Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr im Zeughaus C 5 zu sehen. Erwachsene zahlen 7, Kinder, Jugendliche/Begünstigte 4,50 Euro.

Zum Thema