Mannheim

Breschenszenario Nach einem Dammbruch bei der Silberpappel würde der Süden der Stadt in kurzer Zeit überflutet / Hochwasser bis zu 2,50 Meter befürchtet

Eine Stunde bis zum Neckarauer Waldweg

Mannheim.Was passiert eigentlich, wenn der Rheindamm bei Hochwasser bricht? Armin Stelzer, zuständiger Referatsleiter im Karlsruher Regierungspräsidium, hat auf diese Frage eine ziemlich unmissverständliche Antwort: „Innerhalb von wenigen Stunden würden weite Teile des Mannheimer Südens metertief unter Wasser stehen.“

Dass die etwas tiefer gelegenen Bereiche schneller überflutet werden, ist dabei leicht nachzuvollziehen. Betroffen wären in dem „Breschenszenario“ mit einem angenommenen Deichbruch in Höhe der Silberpappel aber nicht nur die Sportplätze, Kleingärten und Pferdekoppeln unmittelbar hinter dem Damm, sonder tatsächlich auch weite Bereiche der Stadtteile Lindenhof, Almenhof und Neckarau. Bis in eine Höhe von 2,50 Metern könnten die Fluten beispielsweise in den Gärten zwischen Schwarzwald- und Belchenstraße stehen, im Niederfeld und selbst im Almenhof wäre noch „Land unter“ mit Wasserständen über einem Meter zu befürchten.

Evakuierung in kürzester Zeit

Der Neckarauer Waldweg wäre innerhalb einer Stunde überflutet, das Niederfeld und der südliche Lindenhof liefen in zwei bis vier Stunden voll, sechs bis neun Stunden würde das Wasser nach einem Dammbruch bis zum Almenhof benötigen. „Von Haftungs- und Entschädigungsfragen einmal ganz abgesehen“, macht Stelzer die Dringlichkeit der Dammsanierung deutlich: „Die Bewohner dort müssten dann in kürzester Zeit evakuiert werden.“

Gerade weil im Mannheimer Süden – und an zwei Dammabschnitten bei Karlsruhe – besonders viele Menschen leben, wolle man die Sanierung der teilweise sehr alten und mangelhaften Rheindämme hier beginnen. Zudem befinden sich hier auch besonders viele und teilweise mit Sonderrisiken behaftete Industrieanlagen. lang

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