Mannheim

Entwicklung Nach dem Abzug der US-Streitkräfte ging es auf und ab auf dem Gelände an der B 38

Eine wechselvolle Geschichte

Archivartikel

Die Geschichte des ehemaligen Kasernen-Geländes, der „Turley Barracks“, ist länger und wechselvoll. Immer wieder gab es Unterbrechungen, Rückschläge und neue Überlegungen.

Ende 2010 hatte die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) die Reißleine gezogen und einen schon perfekt geglaubten Kaufvertrag rückgängig gemacht, möglicherweise weil der Investor den Kaufpreis nicht hatte aufbringen können.

Die BImA wird vom Bundesfinanzministerium beaufsichtigt, hat ihren Sitz in Bonn und beschäftigt etwa 6600 Mitarbeiter. Ihre Aufgabe ist die Verwaltung und Vermarktung von Grundstücken und Liegenschaften des Bundes. Sie ist damit Eigentümerin vieler Konversionsflächen – also von Flächen, die nach militärischer Nutzung in Deutschland umgewandelt werden sollen.

Im Jahr 2012 wurde dann mit der Entwicklung der 13 Hektar großen Konversionsfläche – fünf Jahre nach Abzug der amerikanischen Truppen aus der Kaserne – begonnen. Zuvor hatte die MWS Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP), eine Tochtergesellschaft der Stadt Mannheim, die Fläche von der BImA erworben. Auf dem Turley-Gelände an der B 38 sind seitdem eine Reihe von Investoren tätig:

Die Mannheimer Wohnwerte GmbH hat auf etwa 22 000 Quadratmetern Wohnungen und Reihenhäuser gebaut.

Die Tom Bock Group ist im denkmalgeschützten Bestand rund um den Appellplatz tätig in der Entwicklung, Sanierung, Vermietung und im Verkauf – und nun mit 15-Prozent-Beteiligung noch auf den unbebauten Baufeldern 4 und 5. Bock hatte mit dem Umbau 2014 begonnen. Dem Investor gehören zehn der 14 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude.

Die Theodor-Fliedner-Stiftung baute 2015 für mehr als fünf Millionen Euro eine betreute Seniorenwohnanlage.

Weitere Investoren sind die Johannes-Diakonie und Wohngruppen im Zusammenhang mit dem Mietshäusersyndikat.

Das frühere, ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Kasino gehört der MWSP; der Umbau des Hauses wird laut MWSP-Geschäftsführer Achim Judt „in wenigen Wochen starten“. Nach Plänen des Architekten Winy Maas soll es zum Stadtteilcafé und Bürgerhaus umgebaut werden. aph/lü

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