Mannheim

Evangelische Kirche Stadtsynode verabschiedet Klimaschutzkonzept / Zusammenschlüsse von Gemeinden stehen an / Vertrauenstelefon für Missbrauchsopfer

Einmalig: Kirchenbezirk legt CO2-Ziele fest

Archivartikel

Mannheim ist bundesweit der erste Stadtkirchenbezirk mit einem Klimaschutzkonzept. Das haben die mehr als 100 Synodalen bei ihrer zweitägigen Herbstsitzung einstimmig beschlossen. Durch Maßnahmen in den Bereichen Gebäude, Mobilität und Beschaffung will die Evangelische Kirche Mannheim ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um insgesamt 85 Prozent reduzieren. „Neben Krieg und Gewalt sind Hunger und Dürre die wichtigsten Fluchtursachen“, sagte Dekan Ralph Hartmann. Deshalb sei das Klimaschutzprojekt ein „klarer Beitrag zum Frieden“. Gefördert wird es vom Bundesumweltministerium, koordiniert von einem Klimaschutzmanagement. Diese Projektstelle muss noch besetzt werden.

Angehen will die Evangelische Kirche auch ihre Gemeindestruktur. Nach intensiven Beratungsphasen kündigte Dekan Hartmann konkrete Entwicklungen innerhalb des nächsten Vierteljahres an. „Es ist relativ viel, was wir auf dem Zettel haben“, sagte er. „Diese Entscheidungen brauchen viel Kraft, Mut und Kompromissbereitschaft.“ Anfang 2019 steht beispielsweise die Entscheidung über das künftige Zusammenwirken der evangelischen Gemeinde in der Neckarstadt mit der Paul-Gerhardt-Gemeinde an. In den kommenden Monaten würde auch erkennbar, wie sich die Liegenschaftsprojekte in Seckenheim, Feudenheim, Rheinau, sowie in den Kooperationsregionen Gartenstadt-Waldhof und Almenhof-Neckarau-Lindenhof entwickeln.

Zusammenschlüsse stehen in der Lukas- und Markusgemeinde an. Dort wird am 2. Dezember der Fusionsgottesdienst gefeiert, der in beiden evangelischen Kirchen sowie mit der katholischen Kirche Maria Hilf stattfindet. Über den Zusammenschluss der Immanuel-Pfingstberg-, der Martins- und der Versöhnungsgemeinde im Stadtteil Rheinau werde intensiv gearbeitet.

Manfred Froese, Mitglied der badischen Landessynode, berichtete von deren Beschluss zum Thema des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen. Mit der transparenten Aufarbeitung der Vergangenheit, mit Unterstützung der Opfer und mit Präventionsmaßnahmen werde die Evangelische Kirche diesen Vorgängen begegnen, kündigte er an. Über ein bundesweit kostenfrei erreichbares Vertrauenstelefon unter 0800/58 91 62 9 seien Fachleute für die Betroffenen da. In allen Bezirken der badischen Landeskirche, die bereits im Jahr 2010 eine Studie zu dem Thema veranlasst hat, sei seit 2016 das Präventionsprojekt „Alle Achtung – Grenzen achten, vor Missbrauch schützen“ verbindlich.

Die Stadtsynode kommt als höchstes Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche wieder am 5. und 6. April 2019 in der Dreieinigkeitsgemeinde zusammen. red/lok