Mannheim

Kongress 2000 Teilnehmer bei Stiftungstag erwartet

Einstehen für Demokratie

Sie bringen Kindern Lesen und Schreiben bei, bauen Schulen, pflanzen Bäume oder unterstützen Ehrenamtliche bei ihren Herzensprojekten: Stiftungen. Aber obwohl sie mit ihren Spenden oft gemeinnützige Zwecke verfolgen, sind sie immer öfter Opfer von autokratischen Regierungen, die ihnen ihre Arbeit in Ländern wie Ungarn, Russland oder der Türkei verbieten.

„Mit unserer alltäglichen Arbeit stärken wir Demokratie. Deshalb sehen wir uns dafür verantwortlich, die Demokratie zu verteidigen“, erklärt Birgit Radow von Bundesverband der Deutschen Stiftungen. Gerade deshalb steht der Deutsche Stiftungstag, der in diesem Jahr vom 5. bis zum 7. Juni im Mannheimer Rosengarten stattfindet, ganz unter dem Motto „unsere Demokratie“.

Mehr als 2000 Gäste tauschen sich dabei über ihre Arbeit aus und wollen ausloten, welchen Beitrag Stiftungen zur Demokratie leisten und wie sich Stiftungen in Zeiten von Rechtspopulismus und Autokratien behaupten können.

Stiftungen unter Druck

Denn immer öfter geraten gemeinnützige Projekte in die Kritik und die Stiftungen unter Druck, was vor allem über soziale Medien passiert, weiß Radow. So breche schnell ein Shitstorm über ein Bildungsprojekt herein, mit dem etwa Migrantenkinder gefördert werden, so Radow. Der Vorwurf: Deutsche Kinder blieben dabei auf der Strecke.

„Deshalb müssen wir Haltung zeigen und für unsere Werte einstehen“, findet Radow. Und weil das nur gemeinsam mit der Gesellschaft gelingt, zeichnet der Bundesverband in diesem Jahr über 30 000 Bürgerstifter mit dem deutschen Stiftungspreis aus. Damit soll das Engagement der Bürger gewürdigt werden, die sich selbst zu sogenannten Bürgerstiftungen zusammengeschlossen haben, um mit ihren gemeinsamen Spenden Projekte in ihrer Stadt oder Gemeinde umzusetzen. In Mannheim selbst bietet die Mannheimer Bürgerstiftung mit Projekten wie „Mensch miteinander“ Ehrenamtlichen, Vereinen und Initiativen eine Plattform an, um ihr Engagement zu präsentieren. Insgesamt sind 111 Stiftungen in Mannheim aktiv.

Ministerpräsident zu Gast

Auch das Erhalten und Stärken der Demokratie ist in der Quadratestadt ein großes Thema: Hier haben 300 Institutionen die „Mannheimer Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ unterzeichnet. Damit bekennen sich die Bündnispartner zu demokratischen Werten der Gleichbehandlung und Chancenförderung. Gemeinsam wollen sie diesen Anspruch in die Stadtgesellschaft tragen.

Ihre Erfahrungen und Herausforderung sollen auch auf dem Kongress Thema sein, zu dem auch prominente Gäste geladen sind: Neben dem Autor und Stifter Eckart von Hirschhausen, der die Festrede hält, wird auch Winfried Kretschmann, baden-württembergischer Ministerpräsident, bei dem Kongress erwartet.

Info: Kongressprogramm unter; stiftungen.org/stiftungstag