Mannheim

Jubiläum Altstadtrat Klaus Fritz, ehemaliger Direktor des Moll-Gymnasiums, feiert heute seinen 80. Geburtstag

Engagiert in Ehrenamt und Kommunalpolitik

Wenn er aus dem Fenster seiner Wohnung schaut, dann erblickt er vor sich die Kunsthalle, zur Linken die Friedrichsplatzanlage, zur Rechten eine Schule und eine Kirche. Irgendwie symbolisch. Denn ähnlich breit gefächert war auch stets sein Engagement in und für Mannheim, auf das Klaus Fritz zu seinem 80. Geburtstag am heutigen Mittwoch zurückblicken kann.

Geboren wird er am 12. Juni 1939 jedoch in Karlsruhe, wächst in Sigmaringen auf. Nach Mannheim führt ihn das Studium der Germanistik und der katholischen Theologie, nach dessen Abschluss er Vikar in der Neckarstadt wird. Doch er erkennt: Dies ist nicht seine Berufung. Die Laufbahn als Pfarrer gibt er auf, wird „laisiert“, widmet sich fortan der weltlichen Erziehung des Menschen: dem Lehrer-Beruf. Nach Stationen unter anderem am Tulla wird er 1990 für zwölf Jahre Chef des Moll im Niederfeld, lange das größte öffentliche Gymnasium Mannheims.

Für Wasserturm und TSV 1846

In seinem Heimat-Stadtteil, der Oststadt und Schwetzingerstadt, engagiert sich Fritz in vielfältiger Weise: für Trafohaus, Oststadttheater und Friedrichsplatz. Mit seinen Aktionen bringt er 15 000 Euro zusammen, die ihren Teil dazu beitragen, dass die Wasserturmanlage wieder ihrem historischen Aussehen entspricht.

2003 übernimmt er den Vorsitz des TSV 1846 Mannheim, als kein anderer dazu bereit ist. In seiner fünfjährigen Amtszeit gelingt es ihm, den mit 4500 Mitgliedern größten Verein der Stadt vor der Insolvenz zu bewahren. Vor allem ebnet er den Weg für den Umzug aus der traditionsreichen, aber unwirtschaftlichen Anlage in der Oststadt an den zukunftsträchtigen Standort am Fernmeldeturm. Damals vereinsintern umstritten, gilt dies heute als Glücksfall, wovon die Ehrenmitgliedschaft für Fritz Zeugnis ablegt.

Vom bürgerschaftlichen Engagement ist es ja nicht weit zum kommunalpolitischen. 1969 von Hugo Müller-Vogg, dem späteren Mitherausgeber der FAZ, für die CDU gewonnen, wird er Vorsitzender des einflussreichen Ortsverbandes in der Schwetzingerstadt/Oststadt und Bezirksbeirat. Die Debatten dort sind geprägt vom Ausbau des Rhein-Neckar-Stadions, den Fritz damals wegen der befürchteten Belastungen für die Anwohner kritisch sieht.

1999 schafft er auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat, wird Bildungsexperte und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Als solcher gerät jedoch auch er in die innerparteilichen Streitereien, die als „Froschkönig-Affäre“ in die Stadtgeschichte eingehen. 2004 wiedergewählt, verpasst er jedoch 2009 den Wiedereinzug ins Gremium nur knapp um etwa 500 Stimmen.

Immer noch ein versierter Beobachter des politischen Geschehens, hat er sich aus ihm inzwischen ein wenig zurückgezogen, zumal auch die Gesundheit ihren Tribut fordert. Seinen heutigen runden Geburtstag verbringt er daher ebenfalls geruhsam gemeinsam mit seiner Familie.