Mannheim

Geburtstag Wolfgang Pföhler wird heute 65 / Karriere als Kommunalpolitiker und Wirtschaftsmann im Klinikum / 16 Jahre Sozialbürgermeister

Engagierter Botschafter der Region

Mannheim.Das Markenzeichen „Jüngster“ – jüngster CDU-Stadtrat, jüngster Bürgermeister mit gerade mal 28 Jahren – hat den beruflichen Werdegang von Wolfgang Pföhler begleitet. Von Berufsjugendlichkeit hält der Politiker und Wirtschaftsmann freilich wenig. Heute wird der gebürtige Neckarauer 65 Jahre alt.

Seit seinem 60. Geburtstag hat sich einiges getan. Zu den erfreulichen Lebensereignissen gehört, dass ihn Tochter Mirjam – geboren in der Nacht seiner Bürgermeister-Nominierung und inzwischen promovierte Betriebswirtschaftlerin – zum doppelten Großvater machte. Hinter ihm liegt aber auch eine schwere Operation: Keime, die nach einer Infektion bis zum Herzen vorgedrungen waren, schädigten die Klappen derart massiv, dass diese im vergangenen November erneuert werden mussten – wie schon einmal 1990. „Damals saß ich nach zehn Wochen wieder am Schreibtisch“, blickt Pföhler zurück. Diesmal gibt er sich zur Erholung länger Zeit. „Ich habe ja schon davor beschlossen, kürzer zu treten.“ So hat der amtierende CDU-Stadtrat Ausschüsse abgegeben und sich im Februar 2017 aus dem Aufsichtsrat der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zurückgezogen.

Wechsel zum Rhön-Konzern

Dem Klinikum fühlt er sich aber nach wie vor verbunden: Schließlich hat er als Sozialbürgermeister – insgesamt 16 Jahre – die Umwandlung des defizitären Krankenhauses in eine gemeinnützige GmbH vorangetrieben, 1997 die alleinige Geschäftsführung übernommen und schon bald darauf schwarze Zahlen erreicht. Acht Jahre lang führte er das 2001 als „Universitätsklinikum“ anerkannte Großkrankenhaus. 2005 setzte er zum Karrieresprung an die Spitze des börsennotierten Rhön-Krankenhauskonzerns an. Nach dem missglücktem Fusionspoker mit Fresenius schied Pföhler Ende 2012 bei dem privaten Klinik-Betreiber aus und wandte sich wieder fachpolitischen Ehrenämtern zu – beispielsweise als Vizepräsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der er bereits zwei Mal als Präsident vorgestanden hatte. Am Herzen lag ihm stets das politische Zusammenrücken der Region: Als Vorsitzender des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar unterzeichnete er 2005 mit den Ministerpräsidenten Günther Oettinger, Kurt Beck und Roland Koch sowie Eggert Voscherau vom BASF-Vorstand den Metropol-Staatsvertrag.

Der Christdemokrat, bereits mit 19 Vorsitzender der örtlichen Jungen Union, hat in seiner Partei viel bewegt. Pföhler sei „stets Botschafter der Stadt und unverzichtbarer Stabilitätsanker für die CDU gewesen“, hieß es 2016 bei seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der CDU Mannheim.

Der Diplom-Kaufmann hat zwar Ämter reduziert, ist aber weiter vielseitig aktiv: bei der Krankenhaus-Unternehmensberatung ZEQ (im Viktoriaturm) als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, im Board der Dignicare Pflegegesellschaft (Frankfurt), als Vorsitzender der an der UMM etablierten Heinrich-Lanz-Stiftung zum Stärken der Forschung sowie als Kopf des Vereins zur Förderung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit. Inzwischen hat Wolfgang Pföhler mehr Zeit, mit Ehefrau Doro zu reisen, auf seiner Terrasse mit Blick auf den Luisenpark Bücher, „besonders gern historische“, zu lesen oder mit dem Golfschläger etwas für seine Fitness zu tun. Außerdem nehmen die beiden kleinen Enkel einen wichtigen Platz im Familienleben ein.