Mannheim

Geburtstag Stadtrat Reinhold Götz wird 65 / Gewerkschaft, SPD und Neckarstadt

Engagierter Kämpfer für die Arbeiter

Ob er Langeweile hat, seit er vor knapp drei Jahren als Erster Bevollmächtigter der Mannheimer IG Metall in den Ruhestand ging? „Nein“, sagt Reinhold Götz, der am Dienstag 65 wird. „Ich genieße das sehr, mal etwas mehr Zeit und Ruhe zu haben.“ Morgens länger schlafen, Zeitung lesen, Radfahren und natürlich Tanzen, das große Hobby von Götz und seiner Frau. Seit eineinhalb Jahren freut sich der Vater von drei erwachsenen Söhnen auch über den ersten Enkel. Und dann sind da ja noch die Termine als Mitglied des Gemeinderats, dem der Sozialdemokrat seit zehn Jahren angehört und in den er kürzlich wieder gewählt wurde. Götz kümmert sich in seiner Fraktion unter anderem um die Themen Wohnen und Stadtentwicklung. Langeweile ist anders. Trotzdem wird am Dienstag im kleinen Kreis gefeiert, am Wochenende steigt ein großes Familienfest.

Ein Journalistenkollege schrieb einmal, dass zwei Worte genügten, um Reinhold Götz ganz kurz zu beschreiben: Gewerkschaft und SPD. Vielleicht müsste man als drittes Wort noch „Neckarstadt“ nennen. In diesem Stadtteil ist Götz aufgewachsen, an dessen östlichem Rand wohnt er, und diesen Stadtteil betreut er auch für seine Fraktion.

„Das ist ein großes Glück“

Der berufliche Weg führte den studierten Wirtschaftspädagogen zur IG Metall, mehr als 35 Jahre war er hauptamtlicher Funktionär der Gewerkschaft, darunter mehr als ein Jahrzehnt in der Zentrale in Frankfurt. „Ich hatte einen Beruf, bei dem ich zu 95 Prozent hinter dem Inhalt stehen und mitgestalten konnte. Das ist ein großes Glück“, sagt Götz. Sein Job war geprägt vom Kampf um Arbeitsplätze, zuletzt etwa die bei General Electric. Wenn man ihn nach den Zukunftsaufgaben seiner Gewerkschaft fragt, wirkt es gar nicht wie Ruhestand, es sprudelt regelrecht aus Reinhold Götz heraus: Digitalisierung und Klimaschutz hätten radikale Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Das gelte es zu gestalten, „aber nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer“.

Vor großen Fragen steht auch die SPD, in die Götz mit 16 eingetreten ist. Er war schon früh ein Gegner von Schröders Agenda 2010 und findet, dass die Partei jetzt „zu ihren Ursprüngen zurückkehren“ und sich um die Interessen der Arbeitnehmer und der breiten Bevölkerung kümmern müsse. Er jedenfalls will das als Stadtrat weiter tun.