Mannheim

Entscheidung überdenken

Archivartikel

„Maßgeschneiderte Verbesserungen machen unsere Polizei leistungsstärker, erfolgreicher und bürgernäher“: so die Überschrift der aktuellen Presseverlautbarung zur Polizeistruktur 2020 aus dem Innenministerium. Mit einer bürgernahen Polizei müsse die Sicherheit im Land weiter ausgebaut werden, versprach der Ministerpräsident bei der öffentlichen Vorstellung, dabei auf die Kenntnisse der Mitarbeiter zu hören. Schön.

Die Praxis vor Ort an der Basis ist leider eine andere: Da wird gegen den Willen der Bürger ein erfahrener und bei der Bevölkerung äußerst beliebter, engagierter Revierleiter versetzt, der sich im Brennpunktviertel wie kein anderer auskennt und dort vernetzt ist. Und das ausgerechnet noch in einer Zeit, in der sich die Stadt endlich bemüht, das Vielfalts-Quartier konzertiert aufzuwerten (Lokale Stadterneuerung, Sanierungsgebiet). Das ist, gelinde gesagt, ziemlich kontraproduktiv.

Kümmerer gefragt

Widerstand formiert sich aber auch, weil versprochene Verbesserungen beim Sicherheitsempfinden der Bewohner gerade nach der Strukturreform auf sich warten, beziehungsweise zu wünschen übrig lassen.

Klar ist doch: Eine bürgernahe Polizei braucht mehr Personal, vor allem aber Menschen, die sich vor Ort gut auskennen und sich einsetzen. In der Neckarstadt gibt es offensichtlich bei der Polizei solche Kümmerer, die im Sinne der Bürger handeln und damit dem formulierten Anspruch des Innenministeriums gerecht werden.

Die Verantwortlichen sollten daher die Entscheidung vielleicht noch mal überdenken.