Mannheim

Müll Neue Zufahrtsregelung im Morchhof zahlt sich aus / Anlieferung teilweise ohne Wartezeit

Entspanntere Situation auf den Recyclinghöfen

Archivartikel

Deutlich entspannter ist am Samstag die Situation auf dem südlichen Recyclinghof Morchhof in Neckarau gewesen. Mit einer neuen Anfahrtsregelung wollte die Stadt den Rückstau auf die Mallaustraße und die B 38 verhindern. Notwendig geworden war diese Maßnahme, nachdem aufgrund der vielen Anlieferungen und der dadurch resultierenden langen Rückstaus am vorletzten Wochenende der Recyclinghof Morchhof vorzeitig geschlossen werden musste (wir berichteten).

Schilder weisen nun seit Samstag die Fahrzeugführer auf den neuen Anfahrtsweg hin, Mitarbeiter der städtischen Abfallwirtschaft sowie Sicherheitsmitarbeiter regeln an den Kreuzungen den Verkehr. „Am frühen Vormittag hatten wir ein kleinbisschen Stau und eine Wartezeit von etwa einer Stunde“, berichtet ein Mitarbeiter des Recyclinghofs im Gespräch mit dem „MM“. „Doch ansonsten ist es extrem ruhig hier.“ Der Stau habe sich dann auch schnell aufgelöst, schon um die Mittagszeit sei man ohne Wartezeit auf den Recyclinghof gekommen. „Vielleicht liegt es am Regen“, dass es jetzt so ruhig ist, sagt der Mann.

Manche umgehen Umleitung

Einige halten sich allerdings nicht an die Regelungen und fahren doch die alte Strecke. „Die sagen, sie seien Anwohner und fahren durch“, so ein Mitarbeiter an einer Kreuzung. „So ist es eben.“ Viele hätten Verständnis, genervt seien einige der tatsächlichen Anwohner. „Aber einige kenne ich jetzt schon, wir winken uns zu.“ Ein paar Mal habe die Polizei die Situation beobachtet, wie der Mann berichtet. Da es aber keinen großen Rückstau gab, hatten die Beamten nicht viel zu tun.

Auch Ibrahim Koc ist froh über die neue Regelung und die Entspannung. Sein Autohandel liegt direkt an der Ecke Morchhof und Mallaustraße. Der Inhaber war zunächst froh, als er nach dem Corona-Lockdown wieder aufmachen durfte, doch dann staute sich der Verkehr direkt vor seinem Geschäft – und die Kunden gelangten nicht mehr zu ihm. „Drei Wochen waren wir beeinträchtigt“, berichtet Koc, „die Zufahrt war blockiert, und die Leute, die zu mir wollten, standen im Stau vom Recyclinghof.“ Mittlerweile herrscht wieder Betrieb bei ihm.

Knapp 40 Fahrzeuge stauen sich am Samstagvormittag vor dem nördlichen Recyclinghof auf der Friesenheimer Insel, die Wartezeit gegen 11 Uhr beträgt gute zwei Stunden, wie die vordersten Fahrzeugführer kurz vor der Zufahrt zum Wertstoffhof berichten. Wie schon in den Tagen zuvor kontrolliert ein Sicherheitsdienst die Zufahrt und ob die Anlieferer Mund-Nasen-Masken tragen. Der Sicherheitsmann prüft auch, dass nur Mannheimer Zutritt auf den Recyclinghof erhalten. Wer nicht aus der Stadt kommt, wird abgewiesen – auch nach zwei Stunden Wartezeit. Einem Lampertheimer ergeht es so, der einem Mannheimer Freund beim Abtransport von Müll helfen will. Aber sein Transporter hat kein MA-Kennzeichen und er keinen Mannheimer Ausweis. Jetzt kommt er nicht rein. „Ich hole jetzt meinen Freund“, sagt der Fahrer, „dann kommen wir wieder.“ Immerhin, er braucht sich nicht nochmals anstellen, er soll gleich vorfahren.

„Darf ich mal auf die Toilette?“

Trotz zwei Stunden Wartezeit ist die Situation „heute etwas entspannter“, wie Matthias Elsässer erklärt. Der Geschäftsführer der Elsässer Holzbauwerke in der Max-Born-Straße, der Zufahrtsstraße zum Wertstoffhof, schaut aus dem Fenster seines Büros und sieht das Ende der wartenden Fahrzeugschlange: „Die war sonst viel länger.“

Er erlebt viel in diesen Tagen: „Die Leute fragen, ob sie mal auf Toilette dürfen oder ihr Handy aufladen.“ Dennoch hat er Respekt vor den Menschen, die oft stundenlang in ihren Fahrzeugen sitzen und warten müssen, bis sie ihren Müll endlich loswerden: Elsässer hilft ihnen, soweit es geht.

Dabei leidet er selbst unter der Situation, denn der Rückstau blockiert auch die Zufahrt zu seiner Firma. Er hat ein Schild aufgestellt, dass wartende Fahrzeuge zumindest seine Einfahrt freihalten.

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