Mannheim

Auszeichnungen Der Unternehmer und Feudenheimer Bezirksbeirat Rolf Götz wird 49. Träger des Bloomaulordens / Humorvoll und unbequem

„Er spricht mit und ohne Augenzwinkern Klartext“

Mannheim.„Mich hat’s bald erschlagen, warum ausgerechnet ich, mir würden noch 20 andere Leute einfallen, die darauf warten“, war seine erste Reaktion – typisch Bloomaul eben: Diesen Titel trägt Rolf Götz ab Februar 2018 auch ganz offiziell. Der 63-jährige Unternehmer und Feudenheimer CDU-Bezirksbeirat wird der 49. Träger der angesehenen Auszeichnung. Das hat gestern das Verleihungskomitee bekannt gegeben. Er ist darauf „stolz wie Bolle“, bekennt er. „Das ist das Höchste, was man in der Kurpfalz erreichen kann“, freut Götz sich riesig, auch wenn das für ihn „schon sehr überraschend“ gekommen sei.

Der Bloomaulorden ist 1970 vom langjährigen „MM“-Herausgeber Rainer von Schilling, der damals Fasnachtsprinz war, gestiftet worden. Zunächst als Orden mit Augenzwinkern gedacht, hat er in Mannheim längst den Rang einer hohen bürgerschaftlichen Auszeichnung. Regeln dafür, wer – von einem geheim tagenden Dreiergremium – mit dem Orden geadelt werden kann, gibt es nicht. Verliehen wird eine von Gerd Dehof geschaffene, pfundschwere Bronzeplastik des Blumepeter.

Das aus Markus Haass, Bert Siegelmann und Achim Weizel bestehende Verleihungskomitee charakterisiert Götz als „zupackenden, positiv denkenden Mannheimer mit dem Herz erkennbar auf dem rechten Fleck“. Götz sei „einer, der die Dinge voranbringt und nicht zerredet“ und damit ein echtes Bloomaul: „Rolf Götz spricht mit und ohne Augenzwinkern Klartext und steht auch bei Gegenwind zu dem, was er sagt“, so das Verleihungskomitee. Dabei scheut er sich nicht, sich mit der Stadtverwaltung anzulegen: Vor ein paar Wochen setzte er gerade durch, dass sie die Ergebnisse Altlastenuntersuchungen des für die Bundesgartenschau gedachten Spinelli-Kasernengeländes veröffentlichen muss. Und bei dem Thema lässt er weiter nicht locker. . .

Reserveoffizier der Marine

Er hat keine Angst vor der Obrigkeit, ist immer bereit für ein offenes, auch unbequemes Wort, dabei stets humorvoll, mit großem Einsatz sowie selbstlosem Engagement – das zeichnet Götz aus. Der verheiratete Vater von drei Söhnen führt in dritter Generation das Familienunternehmen „Pressluft Götz“ mit heute gut 50 Mitarbeitern, Stammsitz im Wohlgelegen sowie Niederlassungen in Karlsruhe und Frankfurt.

Der Oldtimer-Liebhaber war lange stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim, darf als einziger Ehrenamtlicher das Feuerlöschboot fahren und kann so fesselnd wie amüsant wie niemand sonst Anekdoten aus dem Mannheimer Hafen erzählen. Bei der Bundesmarine dient er als Reserveoffizier im Rang eines Fregattenkapitäns. Schon mehr als 550 Einsatztage verbrachte er als Navigationsoffizier auf großen Schiffen, meist bei Auslandseinsätzen.

Doch nie vergisst er die Heimat. Er gab Kindergärten, die wegen Brandschaden oder Schimmelbefall geschlossen waren, unbürokratisch und spontan ein Notquartier im eigenen Betrieb, ermöglichte zur Einweihung der sanierten Sternwarte einen Laserstrahl bis in den Hafen und sorgte dafür, dass bei zwei Jubiläen in Feudenheim ein schöner historischer Dampfzug fuhr. Überreicht wird ihm die Auszeichnung am Fasnachtssonntag im Nationaltheater. Die Laudatio hält das letztjährige Bloomaul Helen Heberer.

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