Mannheim

Erdbeeren von Mannheimer Acker mit Chemikalien belastet

Archivartikel

Mannheim.In Erdbeeren von einem Acker in Mannheim sind deutlich erhöhte Werte von umweltschädlichen Chemikalien (PFC) gefunden worden. Die Früchte seien sofort vom Markt genommen worden, teilte das Karlsruher Regierungspräsidium am Montag mit. Der weniger als ein Hektar große Acker habe bislang nicht zu den Flächen gehört, die als PFC-belastet bekannt seien. Die amtliche Lebensmittelüberwachung hatte die verunreinigten Erdbeeren entdeckt. Die Anbaufläche werde künftig in das Vorerntemonitoring des Regierungspräsidiums Karlsruhe einbezogen, erklärte die Stadt Mannheim. Es seien sofort Bodenproben veranlasst worden, um die Ursachen für die erhöhten PFC-Gehalte zu ermitteln. Eine abschließende Aussage werde erst nach Vorliegen der Ergebnisse möglich sein.

Tiefergehende Untersuchungen hätten ergeben, dass bei acht der zwölf am höchsten belasteten Ackerflächen eine Schluff- beziehungsweise Lehmschicht das Grundwasser vor einer stärkeren Verunreinigung schützt. Bei den restlichen vier Flächen bestehe zwischenzeitlich eine Verunreinigung des Grundwassers mit PFC. Bei allen zwölf Äckern sei der Verdacht auf eine „Schädliche Bodenveränderung“ im Sinne des Bundesbodenschutzgesetzes bestätigt worden, weshalb die Untersuchungen auf Ackerflächen im Mannheimer Norden ausgeweitet werden, für die es bisher keine Hinweise auf die Aufbringung von Dünger oder Kompost gibt. Hierzu müssen bis 2021 insgesamt rund 1000 Hektar Ackerfläche untersucht werden. Die Stadt Mannheim habe mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe einen Zeit- und Maßnahmenplan abgestimmt.

Untersuchungen von 56 Beregnungsbrunnen im Jahr 2019 hätten ergeben, dass 39 Brunnen Spuren von PFC aufweisen, neun Brunnen höher belastet und acht Brunnen unbelastet sind. Den Landwirten seien daraufhin Einschränkungen für die Wasserentnahme der belasteten Brunnen auferlegt worden.

Seit 2015 werden Pflanzen, die von PFC-belasteten Flächen stammen, schon vor der Ernte untersucht. Ergänzt wird dies durch die amtliche Lebensmittelüberwachung, die verkaufsfertige Produkte untersucht.

Der Skandal um mit PFC verseuchtes Ackerland ist seit dem Jahr 2013 bekannt. Mehrere hundert Hektar Boden rund um Rastatt, Baden-Baden sowie nördlich von Mannheim sind betroffen. Möglicherweise sind Papierschlämme im Kompost, der auf die Felder gebracht wurde, dafür verantwortlich. PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie gelten als giftig und sind in der Umwelt nur sehr schwer abbaubar.

Die Untersuchungsergebnisse können hier abgerufen werden.

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