Mannheim

Polizei Wieder mehr Kontrollen wegen steigender Temperaturen

Ermittler überwachen Auto-Protzer

Auffallen, auffallen, auffallen – sogenannte Auto-Poser wollen sich mit leistungsstarken oder einfach nur lauten Fahrzeugen Aufmerksamkeit verschaffen. Mit steigenden Temperaturen beginnt wieder die Saison der Tuning- und PS-Fans – seit einigen Jahren beschäftigen diese Protzer die Polizei in Mannheim. Mit PS-starken und manipulierten Wagen treiben sie in der Innenstadt ihr Unwesen, wie der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Dieter Schäfer, erklärte. „Anhalten, Gas geben, Motoren aufheulen lassen – hier haben Poser die perfekte Bühne für ihre Kunststückchen.“ Denn die Terrassen der Cafés reichten direkt bis an den Straßenrand.

Beginnend mit der ersten Schönwetterperiode würden sich Beamte daher wieder auf die Lauer legen – vor allem an Sommerabenden am Wochenende. Die Beamten haben laut Innenministerium im vergangenen Jahr 81 Fahrzeuge der Poserszene wegen unzulässiger technischer Veränderungen sichergestellt.

2016 Sondergruppe gegründet

„Auto-Poser“ werden meist junge Männer genannt, die ihre Wagen immer wieder laut aufheulen lassen. 2016 hat die Polizei die Ermittlungsgruppe „Poser“ gegründet – nach massiven Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigungen. Im vergangenen Jahr bestand sie aus fünf Beamten. Die Zahl werde ungefähr gleich bleiben, kündigte die Verkehrspolizei an.

Anwohner können sich seit 2016 per E-Mail beschweren. Fahrer, die an mindestens zwei Tagen auffallen, bekommen als Warnung eine Gelbe Karte zugeschickt. Die Maßnahmen haben nach Ansicht der Polizei ihre Wirkung gezeigt. So hätten sich unter anderem die Beschwerde-Mails der Anwohner 2018 gegenüber 2017 halbiert – von 650 auf 328.

Poser und Tuning-Fans sind nicht mit Rasern gleichzusetzen. Es gebe zwar eine Schnittmenge, so Schäfer. Nur in einzelnen Fällen fielen die Poser in Mannheim aber durch Rasen oder illegale Autorennen auf. lsw