Mannheim

Polizei Nach Auseinandersetzung mit Waldhof-Anhängern

Ermittlungsgruppe identifiziert 19 Beschuldigte und prüft Vorwürfe

Mannheim.

Die nach einer Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Waldhof-Anhängern eingerichtete Ermittlungsgruppe  (wir berichteten) hat die ersten Ergebnisse ihrer Aufarbeitungsarbeit veröffentlicht. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass die eingerichtete Ermittlungsgruppe „Ulrich“ 19 Beschuldigte des Abends  namentlich identifiziert hat. 15 von ihnen seien bereits erkennungsdienstlich behandelt worden.  Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs gegen die Personen im Alter von 20 bis 34 Jahren.

Die Kriminalpolizei Heidelberg  hat zudem die Ermittlungen gegen einen 40-jährigen Polizisten aufgenommen. Ihm wird vorgeworfen, während des Einsatzes Beleidigungen geäußert zu haben.  Zudem soll geprüft werden, ob der anschließende Einsatz von Pfefferspray rechtmäßig war. Dabei wurde eine 27-jähirge Frau verletzt, die daraufhin Anzeige erstattete.

Am 18. Mai 2019 verständigte ein Zeuge die Polizei, nachdem Waldhof-Anhänger vor einer Gaststätte im Friedrichsring bengalische Feuer angezündet hatte. Bei dem  Vorfall sollen die beteiligten Personen aggressiv reagiert  und verbale Provokationen gegen die Polizeibeamten ausgesprochen haben. Bei dem Versuch an die Person heranzutreten, sollen Gläser und Flaschen auf die Polizisten geworfen worden sein. Auch Pfefferspray wurde aus der Menge heraus gegen die Beamten eingesetzt, hieß es in einer Mitteilung. Um die Angriffe abzuwehren, setzten die Polizeibeamten daraufhin Schlagstöcke und ebenfalls Pfefferspray ein.

Ein Großteil der Gruppe habe sich daraufhin in die Gaststätte zurückgezogen, etwa zehn bis 15 Personen verblieben davor. Ein 20-Jähriger soll aus dem Biergarten der Gastwirtschaft ein Glas in Richtung der Polizeibeamten geworfen haben und wurde vorläufig festgenommen. Ein 18-Jähriger überstieg nach Angaben der Polizei den Zaun des Biergartens und beschädigte diesen hierbei. Auch er wurde nach kurzer Flucht vorläufig festgenommen. 

Eine 27-jährige Frau erhob daraufhin schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Einsatzkräfte.  „ Ein Polizist hat mir ohne Vorwarnung aus nächster Nähe Pfefferspray ins rechte Auge gesprüht“, sagte die 27-Jährige nach dem Vorfall.  Mit ihr sei noch ein weiterer Mann verletzt worden. Auch ein Polizeihund soll auf zwei davonlaufende Männer losgelassen worden sein. Die Polizei bestätigte später, dass bei dem Einsatz ein Polizeihund ohne Maulkorb eingesetzt worden sei. Dieser habe bei der Flucht zweier Männer geholfen, jedoch keinen der Flüchtigen gebissen.

Rund 40 Zeugen wurden zu dem Vorfall befragt. Zudem wurden unzählige Anwohnerbefragungen und Telefonate geführt, um die Geschehnisse des Abends zu rekonstruieren. Fünf Videoaufnahme und die Aufnahme der Bodycam eines Polizisten wurden dazu ausgewertet.  Die Ermittlungen dauern weiter an.

Martin Schmidt, Sprecher des Fandachverbands  PRO Waldhof, will sich nicht zu den Ermittlungen äußern, solange diese noch nicht abgeschlossen sind. 

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