Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen Fördererkreis feiert 50-jähriges Bestehen / Drei neue Ausstellungen eröffnet

Erneut viel „Zaster fürs Zeughaus“

„Kultur ist Träger der Bildung einer Gesellschaft“: 50 Jahre ist es her, dass der damalige Bundestagsvizepräsident Carlo Schmid (1896-1979) diesen Satz formulierte – bei der Gründung des Fördererkreises der Reiss-Engelhorn-Museen. Daran erinnerte nun der Vorsitzende Hans-Jürgen Buderer, als er zum Jubiläum und Eröffnung der maßgeblich mitfinanzierten Ausstellung „Belle Epoque“ die Beiträge der Förderer für das Museum in Erinnerung rief.

Als „Rückgrat der Kultur- und Museumslandschaft“ würdigte Erster Bürgermeister Christian Specht den Fördererkreis, der in der Tradition der vielen großen Mäzene stehe, die seit der „Belle Epoque“ in Mannheim wirkten. Mit der Finanzierung dieser Ausstellung mache der Fördererkreis „sich und der gesamten Stadtgesellschaft ein besonderes Geschenk“, so Specht.

Foyer-Umgestaltung 2021

„Damit steht endlich mal unsere Sammlung im Rampenlicht“, freute sich Christoph Lind, Direktor des Zeughauses. Bislang habe das Haus in C 5 „oft im Schatten des Sonderausstellungsbetriebs“ gestanden. Nun würden die Schätze aus dem Depot „in gebührender Weise richtig arrangiert“, womit man sie „stärker im Bewusstsein verankern“ könne, so Lind. Dabei lobte er die beiden Kuratoren, Andreas Krock für die „Belle Epoque“ und Irmgard Siede für die sakrale Kunst, dass sie „kenntnisreich, mit Raffinesse und dem Auge für die richtigen Themen“ die Objekte in lustvoller Weise in Sinnzusammenhängen“ präsentierten. Für die Unterstützung dankte Lind der Stiftung Christuskirche – Kirche Christi des Ehepaars Renate und Karl Schneider, die sich mit großer Leidenschaft eingebracht hätten, und zahlreichen weiteren Spendern, besonders Traudl Engelhorn-Vechiatto. Ausdrücklich hob Lind den Fördererkreis hervor, der mit 85 000 Euro für die „Belle Epoque“ dem Museum „ein denkmalartiges Geschenk“ gemacht habe.

„Wir waren uns im Vorstand relativ schnell einig, dass wir uns nicht selbst feiern wollen, sondern den Jahrestag mit einer deutlichen Geste für das Haus begehen wollen“, sagte Buderer. Neben der Unterstützung für wissenschaftliche Arbeit, für Ankäufe, Veröffentlichungen und der ehrenamtlichen personellen Unterstützung, zum Beispiel in den Museumsshops, habe man sich bewusst für eine Ausstellung im Zeughaus entschieden. Dabei knüpfe man an die Aktion „Zaster fürs Zeughaus“ in der Ära des Vorsitzenden Klaus Cantzler an, die 2004 bis 2007 zur Einweihung des restaurierten Barockbaus in C 5 über 2,5 Millionen Euro an Spenden brachte.

„Endlich haben wir drei Bereiche für lange Zeit in gesicherten Räumen“, freute sich Alfried Wieczorek. Der Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen. Mit den drei neuen Ausstellungen sei die Neuorganisation des Zeughauses, mehr als zehn Jahre nach dessen Wiedereröffnung, abgeschlossen. „Da müssen wir jetzt für lange Zeit nichts mehr anfassen“, sagte Wieczorek. Nur das Foyer werde man noch angehen – nach 2021, wenn der Erweiterungsbau in C 4 fertig sein soll.