Mannheim

Energie CDU will Agrarphotovoltaik auf Ackerflächen aufbauen

Errichten Bauern Sonnenkraftwerke?

Archivartikel

Solarzellen statt Windräder – das fordert die CDU-Fraktion, die sich in einem Antrag im Gemeinderat für den Ausbau der sogenannten Agrarphotovoltaik im Stadtgebiet starkmacht. Dabei fordern die Christdemokraten, Pläne zur Errichtung von Windkraftanlagen im Mannheimer Norden sollten weder von der Stadt selbst noch von der MVV weiter verfolgt werden. Stattdessen solle die Stadtverwaltung mit MVV, Mannheimer Landwirten, Fraunhofer Institut und Landesregierung ein Konzept zur großflächigen Nutzung von Agrarphotovoltaik erarbeiten. „Hierzu werden auf unterschiedlichsten Bodengegebenheiten Flächen ausgewiesen“, heißt es in dem Antrag. Zudem möchten die Christdemokraten auch auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2023 „Vorzeigeflächen für Photovoltaik“ einrichten und das Projekt für Gartenschau-Besucher vorstellen.

Solarzellen auf Stelzen

Agrarphotovoltaik bedeutet, dass landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Solarpanelen auf Stelzen überbaut werden. „Energiegewinnung und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung sei dabei gleichzeitig möglich“, so die CDU. Weitere Vorteile seien, dass die Stützen nur ins Erdreich gebohrt und nicht betoniert werden. Dazwischen könne man einen etwa eineinhalb Meter breiten Blühstreifen ansäen. „Dieser würde sowohl die Biodiversität stärken als auch Nützlingen einen Lebensraum bieten“, erklärt Landwirt Wilken Mampel, Ortsverbandsvorsitzender und Bezirksbeirat der CDU in Sandhofen.

Um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, müssten laut den Christdemokraten „möglichst viele Wege der nachhaltigen und erneuerbaren Energien genutzt“ werden. Aber: „Riesige Windräder im größten zusammenhängenden Landschaftsschutzgebiet und wichtigstem Kälteentstehungsgebiet der Stadt, mit großer Artenvielfalt im Mannheimer Norden, würden neben der Gefahr, die für die Tierwelt entstünde, auch den Erholungsraum für die Menschen weiter einschränken“, heißt es weiter. Die CDU begrüße zwar die Initiative der MVV zur Produktion erneuerbarer Energien. „Windkraft ist aus unserer Sicht jedoch wegen der hohen Eingriffe in die ohnehin schon stark vom Klimawandel betroffenen Ökosysteme der falsche Weg“, begründet Stadtrat Thomas Hornung diese Haltung.

Bei der Bevölkerung vor Ort stoße das Windkraftprojekt auf Ablehnung. Die Abstände zu den Wohngebieten in Kirschgartshausen, Fünfhausen, Scharhof, Blumenau, Sandtorf im Stadtbezirk Sandhofen sowie in Lampertheim könnten nicht oder nur knapp eingehalten werden. Agrarphotovoltaik hingegen sei „ein geeignetes Mittel, um auf ohnehin schon genutzten Flächen ökologisch Energie zu erzeugen“. Die bisherigen Ergebnisse mit Agrarphotovoltaik in Baden-Württemberg zeigten, dass „die Erträge auf den landwirtschaftlichen Flächen sogar höher ausfallen als bei unbedachten Referenzflächen“. 

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