Mannheim

Internetnutzung: Medienparcours der Stadt zeigt Schülern am Lessing-Gymnasium sicheres Surfen

Erschreckende Erkenntnis

„Whatsapp ist so wichtig wie Atmen“, wirft Günter Oestringer von der Kriminalprävention der Polizei in die Runde. Als Reaktion bekommt er in derselben Sekunde 30 Ja- Aussagen zu hören. Nach kurzer Stille folgen mehrere „eigentlich doch nicht“ aus verschiedenen Ecken des Klassenzimmers. Der Besuch des Polizisten am Lessing-Gymnasium in der Oststadt soll aufklären, sensibilisieren und wachrütteln. Denn der Besuch ist nicht spontan – sondern Teil eines ganzen Medienparcours.

Die Themen reichen dabei von Cybermobbing über Abo-Fallen, Recht und Gesetz im Netz oder Internetsucht. Neben der Polizei geben auch Vertreter von Pro familia, der Caritas, dem Jugendamt und dem SV Waldhof Workshops über den richtigen Umgang mit Medien. Seit 2010 findet der Medienparcours, durchgeführt von der Stadt, jedes Jahr an zwei ausgewählten Mannheimer Schulen statt – die sich vorher dafür bewerben müssen. Andreas Breunig, stellvertretender Schulleiter des Lessing-Gymnasiums betont, dass Mediennutzung – gerade in der Pubertät – eines der wichtigsten Themen seien. „Deshalb ist der Medienparcours für unsere Schüler ergänzender und bereichernder Unterricht zugleich.“

Der Ablauf ist immer der gleiche: Die Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe besuchen nach einander die einstündigen Workshops. Darin lernen die Schüler etwa, wie sich rechtsextreme Symbole erkennen lassen oder über Jugendschutz im Netz. Warum diese Themen so aktuell sind, weiß Angela Kerstner: „Das ist eben genau die Art und Weise, in der Jugendliche heutzutage miteinander kommunizieren“, sagt die Kunstlehrerin der achten Klasse. „Die Workshops machen Spaß, weil sie interessant sind und es dabei ganz allein um uns geht“, erklärt auch Achtklässlerin Vaia begeistert.

Unbedachtes nutzen von Facebook

Polizist Günter Oestringer informiert die Jugendlichen in seinem Workshop über rechtliche Aspekte im Internet. Er möchte auf die Gefahren bei der Nutzung von sozialen Netzwerken aufmerksam machen. Die Inhalte seines Vortrages sorgen für Entsetzen, große Augen und Ungläubigkeit. „Mit nur 500 Likes kann Facebook mich besser beurteilen, als ich mich selbst“, sagt der Experte. Damit hätte keiner in der Runde gerechnet. Eine erschreckende Erkenntnis für die Schüler, weil die meisten von ihnen soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram ohne Bedenken täglich nutzen. Einige Gymnasiasten erklären daraufhin, dass sie ab sofort verstärkt darauf achten möchten, was sie von ihrem Leben in der Öffentlichkeit preisgeben.

Neben informativen Inhalten bietet der Parcours zur Abwechslung auch Spiele rund um die Mediennutzung. Die sorgen immer wieder für kleine Lacher. So zum Beispiel im Workshop „Kreativer Einsatz von Smartphones und Apps“. Dort durften die Schüler in Kleingruppen per App nämlich Plakate oder Videos erstellen, die für ihre Klassenkameraden das Thema der Mediennutzung erklären und näherbringen.

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