Mannheim

Blumepeter Feuerio bereitet wieder große Benefizveranstaltung für die „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ vor

Erste Spenden sind schon da

Zwei Kartons, gefüllt mit Büchern, Taschen und Geschenkartikeln für die Tombola, stehen schon bereit. Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim-City, hat sie vorbeigebracht. Und von Oberbürgermeister Peter Kurz sind auf dem Konto bereits 300 Euro aus seinen privaten Mitteln für den Weinstand gutgeschrieben. „Aber jetzt werden wir voll einsteigen“, kündigt Feuerio-Vizepräsident Volker Dressler an. Der Feuerio sammelt nun wieder Spenden für das Blumepeterfest, die große Benefizveranstaltung zugunsten der „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“, die in genau drei Wochen stattfindet.

Was Peter Schäfer wohl dazu gesagt hätte? Mit dem Spruch „Kaaft mer ebbes ab“ zieht er in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die Kneipen: der Blumepeter, so sein Spitzname. Körperlich wie geistig zu kurz gekommen, verdient er sich seinen kargen Lebensunterhalt durch den Verkauf kleiner Sträuße, ehe er in der Psychiatrie landet und dort 1940 stirbt. Lange nach seinem Tod wird er aufgrund vieler ihm zugeschriebener Scherze zur Symbolfigur für den manchmal urig-derben Mannheimer Humor.

Als der „Mannheimer Morgen“ 1966 den Mannheimern einen Brunnen spendiert, kommt dazu eine Skulptur: der Blumepeter in Bronze. Seit der Einweihung 1967 wird in seinem Namen stets am letzten Samstag im September ein Fest gefeiert, das in dieser Form einzigartig und allein jenen Menschen gewidmet ist, die – wie einst Peter Schäfer – auf der Schattenseite des Lebens stehen. Arme, alte und allein stehende Menschen, chronisch Kranke, junge Familien, Alleinerziehende, Jugendliche in ganz besonderen Problemfällen sowie alle, die unverschuldet in Not geraten sind – durch ein Unglück, einen Schicksalsschlag.

Ihnen helfen, damit sie sich wieder selbst helfen können; ihnen ein Lichtblick sein in der für sie dunklen und schweren Zeit – das leistet die Aktion „Wir wollen helfen“ des „MM“. Aber sie kann es nur, weil zuerst ihr geholfen wird: Mit Spenden, wobei gerade das Blumepeterfest Jahr für Jahr einen besonders wichtigen Grundstock darstellt.

Der Reinerlös (abzüglich Steuern) wird direkt der „MM“-Aktion überwiesen. Zuletzt waren das immerhin um die 40 000 Euro. Damit dieser Betrag möglichst hoch ausfällt, muss vorher so viel wie möglich an Zutaten für dieses Fest gespendet werden – vom Schnittlauch in der Suppe bis zum honorarfreien Auftritt der Künstler, vom Würfelzucker bis zu jedem Tombolagewinn, einfach alles, was geht. Das macht ebenso den besonderen Charakter dieses Fests aus wie die, die es organisieren – ehrenamtlich und völlig selbstlos: die Mitglieder der Großen Carnevalsgesellschaft Feuerio.

Eine Herzensangelegenheit

„Mehr als nur Fasnacht“ ist daher stets das von Präsident Bodo Tschierschke zitierte Motto des Vereins. Immerhin zum 52. Mal richtet der Feuerio dieses Fest nun für die „MM“-Hilfsaktion aus. In erster Linie ist es Vizepräsident Volker Dressler, der sich unermüdlich dieser Herausforderung stellt, sie zu seiner Herzensangelegenheit gemacht hat. Als „Mister Blumepeter“ des Vereins ist Dressler der Mann, der keine Sommerpause hatte, der für dieses Fest viel koordiniert, initiiert, telefoniert, nun schon zum 19. Mal.

Aber der ganze Verein hilft mit, Vize Stefan Hoock kümmert sich um das Bühnenprogramm und vieles mehr, Michael Baake und seine Mannschaft packen für den Aufbau kräftig an und Wolfgang Forelle sowie die Familie Merz sind nun drei Wochen lang im Feuerio-Büro präsent und eine große Stütze, wenn es um die große Blumentombola geht.

Sie hoffen nun, dass sie nicht nur im Büro sitzen, sondern viele Anrufe bekommen, Gewinne abgeliefert werden. Aber ob Kuchenspenden oder Tombolagewinne – es ist stets eine große Solidaritätswelle, die allein beim Stichwort „Blumepeter“ entsteht, und das schon viele Jahre lang. Damit jeder, der sich engagiert, auch als Vorbild fungiert, begleitet ab heute der „MM“ wieder drei Wochen lang mit täglicher Berichterstattung die Vorbereitungen für das Blumepeterfest und freut sich, dass das Fest erneut viele Spender findet.

Info: Dossier unter morgenweb.de/blumepeter

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