Mannheim

Schule Die Gewinnerin des Malwettbewerb des „MM“ bekommt ihren Preis / An der Experimenteschau nehmen 48 Schüler der vierten Klassen teil

Erzählen gegen Langeweile

Archivartikel

Eine Zeitmaschine, ein Tresor, oder vielleicht ein Lügendetektor? Die 48 Schüler der Klassen 4b und 4d der Brüder-Grimm-Schule rätseln, was sich unter dem Tuch verbirgt, mit dem die Erfinder Bo Celsius und Friedrich Fahrenheit einen viereckigen Kasten abgedeckt haben. Die beiden führen eine Experimenteschau vor, die die zehnjährige Franka Wolf (kleines Bild) aus der 4b gewonnen hat. Sie nahm an Ostern bei einem Malwettbewerb des „MM“ teil und belegte den ersten Platz.

Als die beiden Erfinder, gespielt von den freien Schauspielern Daniela Wöhler und Matthias Rott, das Tuch lüften, reagieren die Kinder mit verwundertem „Hä?“. Bo und Friedrich klären sie auf: „Das ist eine Anti-Langeweilemaschine, um zu messen, wie langweilig es in der Umgebung ist.“ Wenn alle vier Lampen leuchten und die Maschine eine Temperatur von 37 Grad erreicht hat, dann ist es nicht langweilig. Bei der Maschine tut sich erstmal nichts.

„9,10,11“, die Kinder rufen ihr Alter dem Gerät zu und versuchen, es so zum Laufen zu bringen. Es ertönt ein Schmatzen und Brummeln: „Nein, füttert mich mit etwas anderem“ gibt die Maschine von sich. „Mein Schulbrot“, „Maschinenöl“ oder „Buchstaben, weil vorher waren es Zahlen“ – die Viertklässler rufen ihre Ideen in den Raum.

Doch auch die Anfangsbuchstaben der Schüler bringen die Lampen auf der Maschine nicht zum Leuchten. Dann versuchen es die Kinder mit Antworten auf die Frage, wie es in der Schule war. „Manchmal macht’s Spaß, manchmal ist es langweilig“, sagt ein Mädchen. Andere sagen „sehr gut“ und „Schule macht Spaß“. Plötzlich blinkt die Maschine, die Lampen leuchten bunt auf, dann gehen sie jedoch wieder aus.

Futter für die Maschine

„Mjamjam das schmeckt gut, ihr seid nah dran, ich brauche noch mehr davon“, sagt das Gerät mit tiefer Stimme. Also füttern die Kinder es mit ihren Erlebnissen: „Ich freue mich, wenn jemand aus meiner Familie Geburtstag hat. Einmal hat meine große Schwester meine kleine Schwester veräppelt“, erzählt Dennis. Kemal berichtet begeistert über seinen Türkei-Urlaub: „Wir haben Wasserball gespielt, und ich habe sechs neue Freunde gefunden. Das hat viel Spaß gemacht.“ Friedrich misst die Temperatur der Maschine, sie ist inzwischen 36 Grad warm, also fast die ideale Temperatur. Luisa erzählt, dass sie sich mit ihrer Familie einen Hund aussuchen durfte: „Wir sind zum Züchter gefahren, der hatte Hundewelpen, das fand ich ein ganz tolles Erlebnis“, freut sie sich. Inzwischen leuchten eine blaue und eine grüne Lampe an der Maschine.

Nach weiteren Erlebnissen der Viertklässler leuchten schließlich alle Lampen, auch die Temperatur – 37 Grad – stimmt. „Das heißt, es ist nicht mehr langweilig, weil ihr euch etwas erzählt habt“, schlussfolgert Bo. Da meldet sich auch die Maschine zu Wort: „Ihr habt es geschafft, mich zum Leuchten zu bringen. Das waren die besten Erlebnisse, die ich je gehört haben“, schmatzt sie.

Die Kinder freuen sich über die Vorführung: „Toll, dass wir dabei sein durften“, bedankt sich Klassensprecher Anton. Auch Franka freut sich über ihren Preis: „Das war total toll und hat Spaß gemacht.“

Ihr Bild zierte am 31. März die Titelseite des „MM“. Die Zehnjährige mag es auch in der Schule kreativ: „Meine Lieblingsfächer, das sind Kunst und Musik“.