Mannheim

Aktionswoche Mit einer Ausstellung im Bürgerhaus Neckarstadt warnen Drogenverein und Caritas vor den Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft

„Es gibt keine unbedenkliche Trinkmenge“

Ab Montag läuft wieder die bundesweite Aktionswoche „Kinder aus Suchtfamilien“. Die Mannheimer Hilfsstellen beschäftigen sich dabei dieses Mal mit einer Gefahr, die ganz zu Beginn des Lebens droht – Alkohol während der Schwangerschaft.

Im Bürgerhaus Neckarstadt-West (Lutherstraße 15) wird eine Ausstellung mit dem Namen „Zero!“, übersetzt „Null“, zu sehen sein. Sie klärt über Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft auf – und fordert den kompletten Verzicht in dieser Zeit. „Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, dann trinkt ihr Ungeborenes mit“, sagt Philip Gerber vom Drogenverein, der die Aktionswoche in Mannheim gemeinsam mit dem Caritasverband vorbereitet hat. „Es gibt für Schwangere keine unbedenkliche Trinkmenge und keine Schwangerschaftsphase, in der Alkoholkonsum sicher ist.“

Eine Folge kann laut Gerber das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) sein. Dieses führt zu einer Behinderung, die sich in Verhaltensauffälligkeiten der Kinder und in Missbildungen zeigt. „Das FAS ist die häufigste Ursache einer geistigen Behinderung, noch vor dem Down-Syndrom.“ Im Gegensatz zu diesem sei das FAS allerdings vermeidbar, so Gerber. Bundesweit seien 10 000 Kinder betroffen.

Gleichzeitig habe eine Studie der Berliner Charité ergeben, dass acht von zehn Frauen „einen teilweisen Alkoholkonsum“ während der Schwangerschaft hätten. Solche Frauen wollen Drogenverein und Caritas erreichen. Die multimediale Ausstellung informiert über FAS und die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft. Darüber hinaus wird die Entwicklung eines Kindes dargestellt. Die Ausstellung ist am Dienstag, 13. Februar, von 13 bis 19 Uhr, sowie am Donnerstag, 15. Februar, von 15 bis 19 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die übrigen Tage sind Führungen für Jugendliche und Sozialarbeiter vorbehalten. Hier sind laut Gerber noch einige wenige Termine frei. imo