Mannheim

Rosengarten Jürgen Kütemeyer zum Honorarkonsul von Italien ernannt

Europa als Herzenssache

Mannheim.Er und sein Bruder haben in Italien ihre große Liebe und heutigen Ehefrauen gefunden, er hat über das Land promoviert – jetzt will er es auch hier repräsentieren: Jürgen Kütemeyer, Geschäftsführender Gesellschafter der trio-group communication & marketing, ist neuer Honorarkonsul von Italien für Mannheim. Zu seiner Ernennung im festlichen Rahmen des „Salon Diplomatique“ gestern Mittag im Rosengarten band sich Generalkonsul Massimo Darchini eigens die grün-weiß-rote Trikolore um.

Nach Folker R. Zöller, seit 2013 ehrenamtlicher Vertreter der Republik Frankreich, wird Kütemeyer der zweite Mannheimer Honorarkonsul. Dazu gratulierte ihm auch der Botschafter Italiens, Pietro Benassi. Seinen Amtssitz hat Kütemeyer – wie auch sein französischer Amtskollege – im Rosengarten, wo gestern das entsprechende Messingschild angeschraubt wurde. Allerdings wird er hier keine Ausweisdokumente ausstellen, dazu kommt weiter ein Mitarbeiter monatlich zur Missione Cattolica in D 6. Sie hatte nach Schließung der italienischen Konsularagentur 2010 den Service für die über 8000 in der Quadratestadt lebenden Italiener übernommen.

Mit Italienerin verheiratet

Die Italiener stellen in Mannheim – nach den Türken – die zweitgrößte Gruppe von Menschen mit ausländischem Pass dar. Oberbürgermeister Peter Kurz begrüßte daher die Ernennung von Kütemeyer. Er sei sicher jemand, der sich „ mit vielen international aktiven Akteuren in der Stadt für ein friedliches, aufgeschlosseneres und erfolgreiches Miteinander einsetzen wird“.

Genau das ist das Ziel von Kütemeyer. Durch die Promotion kam der 56-jährige aus Westfalen stammende Marketingexperte, der 1996 mit einem Partner die „trio-group“ gründete, vor 28 Jahren nach Italien. Seit über 25 Jahren lebt er mit seiner Frau Marina in Deutschland. „Von daher weiß ich natürlich, mit welchen Problemen und Hindernissen unsere neu zugereisten Mitbürger aus Italien bei uns in Deutschland zu kämpfen haben“, kündigte er an. „Und werde deshalb das mir Mögliche unternehmen, die Situation unserer italienischen Mitbürger hier in der Region zu verbessern. Sowohl für die, die neu ankommen, als auch für die vielen, die schon in der 2. oder 3. Generation hier leben“, sagte er.

Zugleich wolle er aber „wichtige Akzente für die Intensivierung der Kooperation zwischen Italien und unserer Region setzen“, so der neue Honorarkonsul. „Ich sehe mich in erster Linie als Vermittler in Sachen Wirtschaft und Kultur“, etwa indem er dem Mittelstand und den vielen Start-ups Wege zu einer Kooperation mit italienischen Partnern ebne.

Besonders wolle er aber – auch an der Seite von Zöller – „gemeinsam an der Herzensangelegenheit eines sich weiterentwickelnden Europas arbeiten“, so Kütemeyer: In einem momentan eher auseinanderdriftenden Europa, braucht es Menschen, die sich für eine engere Zusammenarbeit innerhalb Europas auf regionalen Ebenen stark machen, Initiativen ergreifen und diese umsetzen“, so der Appell von Kütemeyer: „Wir müssen das Europa der Regionen, und hier sehe ich Mannheim und unsere Metropolregion ganz vorne, wirklich leben und den europäischen Gedanken mit Leben füllen“, meinte er. Zudem könnten die Italiener „allen Zweiflern zeigen, wie gelungene Integration aussieht.“