Mannheim

Ausbildung 43 junge Männer beenden ihre Lehre bei der Bauwirtschaft Baden-Württemberg

„Fachkräfte werden gebraucht“

Archivartikel

Egal ob Maurer, Rohrleitungsbauer oder Tiefbaufacharbeiter – alle können sie bei der Bauwirtschaft Baden-Württemberg ihre Ausbildung absolvieren. 43 von ihnen haben nun ihre Prüfungsergebnisse erhalten und wurden freigesprochen. „Das Leben beginnt erst jetzt“, sagt Alois Jöst, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, zu den nun ausgebildeten Gesellen.

Bevor die Einrichtung die Gesellen freispricht und ihnen ihre Prüfungsergebnisse aushändigt, verleiht unter anderem die Handwerkskammer Preise an die besten des Jahrgangs. Den Kronimus-Preis überreicht Mario Freisinger, Verkaufsberater der Kronimus AG, an den besten Straßenbauer des Jahrgangs, Gennaro Fabio Vicedomini. Er ist nun Geselle bei der Bienco GmbH. „Ich werde direkt mit der Weiterbildung zum Vorarbeiter anfangen“, sagt der 19-Jährige über seine Pläne.

Den BZBau-Preis bekommen ein Beton- und Stahlbauer und ein Rohrleitungsbauer von Stefan Münich, dem Leiter des Bildungszentrums Bau Mannheim, verliehen: Kenneth Brown von der Achatz GmbH und Patrick Raststätter von der Artur Weiler GmbH & Co. KG können sich über die Auszeichnung und einen Gutschein zur Weiterbildung freuen. Alois Jöst überreicht den Preis seiner Kammer an Jan Fischer von der Michael Schneider Bauunternehmung und an Ayhan Ellek von der Stadt Mannheim.

Andreas Burger ist für Sax+Klee gekommen, sein Bauunternehmen hat vier der Freigesprochenen ausgebildet. „Wir schicken den Großteil unserer Auszubildenden nach Mannheim, manche Berufe werden hier nur nicht angeboten.“

Suche nach Nachwuchs

Trotzdem gebe es die Sorge über fehlende Auszubildende. „Heutzutage muss man auch im Internet und bei Sportevents präsent sein, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern“, so Burger. Wiebke Zuschlag von der Bauwirtschaft Baden-Württemberg stimmt ihm zu. „Auch wenn unsere Ausbildungszahlen steigen, ist es schwierig, Nachwuchs zu finden. Viele haben Vorbehalte gegen den Beruf. Diese verschwinden erst, wenn man Praktika macht oder jemanden kennt, der schon in dem Bereich arbeitet.“

Özgür Yildirim kennt niemanden, der beim Bau arbeitet, hat sich aber dennoch für eine Ausbildung zum Rohrleitungsbauer entschieden. „Ich fand Arbeiten im Handwerk oder auf dem Bau schon immer interessant“, begründet er seine Wahl. „Auch die Gemeinschaft während der Ausbildung war gut.“ Jetzt will er erst zwei bis drei Jahre Arbeitserfahrungen sammeln, bevor er an Weiterbildungen denkt. Ausschließen will er das aber nicht.

Alois Jöst spricht nach der Begrüßung von Bruno Schweiger, dem nun ehemaligen Leiter der Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Schweiger ist nach der Abschlussfeier nicht länger Leiter. Dieses Amt übergibt er an Dirk Siegel. Der Wechsel sei altersbedingt. Allerdings sei auch die Fusion der Bauwirtschaft Baden-Württemberg und Nordbaden ein Grund.

Markus Böll, Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, sagt zu den nun ehemaligen Azubis: „Der Gesellenbrief gibt euch das Rüstzeug.“ Er möchte den 43 männlichen Absolventen nahe legen, sich weiterzubilden und nie aufzuhören, Neues zu lernen. Auch Alois Jöst spricht über die Zukunft. Er redet sowohl über die Digitalisierung als auch zukünftige Erfindungen. „Aber auch Roboter und Maschinen müssen von jemandem bedient werden. Fachkräfte werden immer gebraucht“, versichert er.

Blick zurück

Christiane Ram, Fachbereichsleiterin für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim, beruhigt die Gesellen, indem sie an die bereits lange Geschichte der Lehrlinge erinnert, die im Mittelalter begann. „Gebaut wird immer. Solange man raus geht und zehn Kräne zählen kann, mache ich mir keine Sorgen“, sagt Ram.

Auch Leiter Dirk Siegel sieht die Zukunft positiv. „Es ging uns selten so gut wie heute“, erzählt er bezogen auf die Bauwirtschaft. Er spricht über die mehr als 100 000 Ausbildungstage, 12 000 Weiterbildungstage und 60 000 Übernachtungen im Ausbildungszentrum pro Jahr, was die gute Situation noch einmal bekräftigen soll.

Der Rohrleitungsbaulehrer Markus Schmitt hat das erste Jahr im Ausbildungszentrum hinter sich. Auf den Lehrbaustellen hat er den Azubis beigebracht, was sie auf richtigen Baustellen brauchen. „Die Gruppe war gut, nicht so wild wie andere“, sagt er über seine Klasse.