Mannheim

Schnellwege Organisatoren wollen richterlich gegen die Entscheidung der Stadt Heidelberg vorgehen / Tour über A 656 soll am Sonntag trotzdem stattfinden

Fahrrad-Demonstration untersagt

Sie möchten nicht klein beigeben: Der Studierenden Rat (StuRa) der Universität Heidelberg und der Allgemeine Deutschen Fahrrad Club (ADFC) wollen ihre geplante Fahrrad-Demo am Sonntag, 25. Juni, durchziehen - obwohl die Behörden sie nicht genehmigt haben. Die Stadt Heidelberg argumentierte vor allem mit Sicherheitsbedenken: An der Großbaustelle auf der A 656 mangele es an Absicherungen zum Gegenverkehr, und durch zu schmale Fahrstreifen würden die Verkehrsteilnehmer gefährdet. "Wir lehnen die Demo nicht inhaltlich ab, es geht um sicherheitsrelevante Aspekte", sagte Stadtsprecher Timm Herre auf Nachfrage.

Nun wollen die Organisatoren der Demonstration dagegen rechtlich vorgehen. "Wir organisieren weiter", sagte Michael Fröhlich vom ADFC in einem Pressegespräch gestern. Der ADFC und der StuRa fordern eine Fahrradschnellstraße zwischen Mannheim und Heidelberg.

Mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts rechnen sie am Donnerstagmittag. "Wir sind guten Mutes", so Fröhlich. Dabei wurden in anderen deutschen Städten bereits Autobahnen für Radfahrer freigegeben: "Die ADFC-Sternfahrt in Berlin hatte auch Klage eingereicht und findet seit 2009 mit Erfolg statt", berichtete Fröhlich. Im Januar 2017 hatte der ADFC dann auch erstmals eine Fahrrad-Demonstration zwischen Heidelberg und Mannheim angemeldet. Das Karlsruher Regierungspräsidium schlug den Veranstaltern eine Alternativroute vor, die sie jedoch ablehnten. "Die vorgeschlagene Route konterkariert mit der Idee des geplanten Fahrradschnellwegs. Es geht uns um geradlinige, schnelle und kurvenarme Bahnen. Die A 656 ist ein Symbol für den Schnellweg", so Fröhlich.

Für André Müller und Sarah Mailänder vom StuRa-Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit ist eine "Fahrradautobahn" ein "Pilotprojekt für mehr Investitionen in die Fahrrad-Infrastrukur", sagte André Müller. Er verwies dabei auf die Radler-freundliche Metropole Kopenhagen: "Dort gibt es Nebenstraßen für Fahrradfahrer oder Griffe an den Ampeln", so Müller. Mit der Demo wollen die Organisatoren eine rasche Umsetzung in der Region bewirken: "Der Schnellweg soll jetzt und nicht erst in zehn Jahren entstehen", sagte Fröhlich. Die Tour soll am Sonntag ab elf Uhr vom Heidelberg Campus Bergheim über die A 656 gehen und in Mannheim vor dem Technoseum enden. Dort ist eine Abschlusskundgebung geplant, zugesagt für eine Rede hat bereits Landrat Stefan Dallinger.

"Wie Tour-de-France"

Für Teilnehmer sind Zubringer-Touren geplant: Ab Weinheim, Neckartal, Schwetzingen und Mannheim werden sie von Tourleitern abgeholt und zum Treffpunkt in Heidelberg begleitet. "Wir rechnen mit 2000 bis 3000 Teilnehmern", so die Veranstalter der Demonstration. Sollte die Aktion am Ende doch noch genehmigt werden, komme mit 3000 Radfahrern in der Augustaanlage in Mannheim "ein Tour-de-France-Feeling auf", sagte Fröhlich.