Mannheim

Medien „Mannheimer Morgen“ veranstaltet ersten Journalismus-Tag / 150 Schüler, Pressesprecher und Leser lernen richtigen Umgang mit Informationen

Falschen Meldungen auf der Spur

Archivartikel

Morgens die Zeitung lesen, mittags Radio hören und abends die Fernsehnachrichten sehen: So werden Medien seit Jahren konsumiert. Durch das Internet hat sich der Journalismus radikal verändert: Rund um die Uhr gibt es aktuelle Informationen im Netz, über das Handy hat man Zugang zu einer Fülle an Nachrichtenquellen, mit der es kein Kiosk aufnehmen kann. Doch so schön das klingen mag: Zwischen die journalistischen Angebote mischen sich unseriöse Seiten, die bewusst Falschnachrichten verbreiten. Gerade junge Menschen müssen lernen, wie man diese erkennen kann.

Zu diesem Zweck veranstaltet diese Zeitung im Oktober den ersten „Journalismus-Tag“ des „Mannheimer Morgen“ im Jugendkulturzentrum „forum“. Die Idee dazu hat Chefredakteur Dirk Lübke, der sich auch gleich einen namhaften Partner sucht: Die „Reporterfabrik“, ein Zusammenschluss an Journalisten, die sich für mehr Medienkompetenz einsetzen und Workshops anbietet.

Zwei-Quellen-Prinzip im Internet

Der Vormittag steht ganz im Zeichen der Aufklärung über Falschnachrichten. Über 150 Schülerinnen und Schüler von vier weiterführenden Schulen in Mannheim sind angemeldet, Berufsschüler genauso wie Gymnasiasten. Gemeinsam mit den „MM“-Redakteuren Angela Boll, Daniel Kraft und Christian Rotter, Chefredakteur Dirk Lübke sowie Journalist Jörg Sadrozinski und Ex-„Spiegel“-Reporter Cordt Schnibben von der Reporterfabrik lernen die Jugendlichen, wie man im Internet recherchiert, warum das Zwei-Quellen-Prinzip so wichtig ist und wann Skepsis angebracht ist. Das Smartphone ist dabei stets in der Hand – schließlich sollen die Schüler gleich praktisch üben, was sie gelernt haben.

In der zweiten Workshop-Runde steht dann der „Mannheimer Morgen“ im Vordergrund: Wie entscheidet die Zeitung, was auf die Titelseite kommt? Was passiert in der Onlineredaktion, wenn eine Eilmeldung den „MM“ erreicht? Und woher kommen überhaupt die ganzen Nachrichten? Die Schülerinnen und Schüler fragen interessiert nach und die Journalisten berichten, wie sie arbeiten.

Doch nach dem intensiven Vormittag mit vielen Anregungen für beide Seiten geht es nachmittags weiter mit einem wichtigen Partner der Medien weiter: Ehrenamtliche Pressesprechern von Vereinen.

In einem Workshop mit Chefredakteur Dirk Lübke lernen sie, wie sie besser mit der Redaktion kommunizieren, was in einer Pressemitteilung gehört und warum ein Bild per Fax nicht mehr zeitgemäß ist. Neben 22 Tipps für eine erfolgreiche Pressearbeit wird auch ganz praktisch gearbeitet: Die ehrenamtlichen Presseverantwortlichen schreiben eine Pressemitteilung über die Veranstaltung – und bekommen später eine „korrigierte“ Version vom Chefredakteur per E-Mail.

Engagierte Zuschauer

Zum Abschluss des Tages wird diskutiert – und zwar nicht mit irgendwem: Dirk Lübke spricht mit Dagmar Schmidt, Leiterin des SWR Studios Mannheim-Ludwigshafen, SWR–Faktencheckerin Kira Urschinger und Ex-„Spiegel“-Reporter Cordt Schnibben, wie anspruchsvoller Onlinejournalismus aussehen muss und kann. Moderiert wird die Veranstaltung von ZDF-Moderatorin Maja Weber. Die Gäste, darunter viele langjährige Leser der Zeitung, stellen kritische Fragen und werden dadurch selbst Teil der gut zweistündigen Veranstaltung.

Die Medienkompetenz stärken, transparent machen, wie Journalisten arbeiten und darstellen, wie Geschwindigkeit und Sorgfalt im digitalen Zeitalter zusammengehören: Der „MM“ zeigt mit dem 1. Journalismus-Tag, warum der Austausch zwischen Lesern und Medien so wichtig ist.

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