Mannheim

"Kavalier der Straße"

Feierliche Auszeichnung für selbstlose Helfer

Archivartikel

Mannheim.Für ihr selbstloses und partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr sind am Donnerstagabend während einer Feierstunde im Bezirksratssaal des Polizeipräsidiums in Mannheim die „Kavaliere der Straße“ vom „Mannheimer Morgen“ ausgezeichnet worden.

Seit 60 Jahren ist der„MM“ an der bundesweiten Aktion von Tageszeitungen beteiligt. Die Preisträger erhielten neben einer Urkunde eine Plakette und den neuen Freizeitführer „Rauf aufs Rad“, der von dieser Zeitung herausgegeben wird. „Es ist ein ganz besonderer Abend hier in der besten Stube des Polizeipräsidiums“, sagte der Gastgeber, Polizeipräsident Andreas Stenger. „Kavalier“ komme von Ritter und sei sehr vornehm – und vom Aussterben bedroht. „Umso mehr hat mir die Auswahl der Fälle Spaß gemacht“, so Stenger.

In unserer Fotostrecke stellen wir die einzelnen Geschichten der Helfer vor. Zwei "Kavaliere der Straße" konnten nicht zur Ehrung am Donnerstag kommen - ihre Geschichten wollen wir aber auch nicht verschweigen:

  • Johannes Hayn aus Mannheim schlägt Christian Layher aus Vaihingen an der Enz vor: Es kracht. Auf der A 5 in Richtung Frankfurt wird das Auto von Johannes Hayn aus Mannheim von der Seite touchiert. Der Mannheimer bringt sein Fahrzeug an jenem Sonntagabend im November vergangenen Jahres unter Kontrolle und lässt es auf den Standstreifen rollen. „Herr Layher fuhr hinter mir und machte sofort den Warnblinker an, folgte uns zum Standstreifen. Er kam aus dem Auto und bot an, als Zeuge mit uns auf die Polizei zu warten“, schreibt Johannes Hayn. Doch damit ist für Christian Layher die Sache nicht erledigt. Der „Kavalier“ bietet noch Wasser an – und obwohl er noch zwei Stunden Fahrzeit vor sich hat, wartet er noch eineinhalb Stunden mit Johannes Hayn auf die Polizei.
  • Dieter Gauert aus Edingen-Neckarhausen schlägt Marco Müller aus Edingen vor: Ein Sommertag im Juli diesen Jahres. Familie Gauert aus Edingen-Neckarhausen startet voller Vorfreude in den Urlaub. Doch diese Vorfreude währt nicht lange, denn schon nach wenigen Metern trennt sich der Caravan vom Zugwagen – genau auf den beschrankten Gleisen der RNV. Eine hochgefährliche Situation. „Die Linie 5 verkehrt dort im Zehn-Minuten-Takt“, schreibt Dieter Gauert. Er fährt zuerst sein Auto aus der Gefahrenzone. Seinen Wohnwagen kann er nicht allein aus dem Gleisbereich schieben. Marco Müller erkennt die gefährliche Situation, löst die Notbremse und wuchtet den Caravan von den Schienen zurück auf die Straße. Derweil schaltet die Ampel auf Rot, die sich senkende Schranke touchiert den Wohnwagen – ein Zug kommt. In letzter Minute verhindert Marco Müller ein Unglück. Und er rettet damit außerdem den dreiwöchigen Urlaub der Familie Gauert.

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