Mannheim

Soziales Seit zehn Jahren bekommen Jugendliche die Möglichkeit, mit anderen im Sommer zu verreisen

Ferienpaten begehen Jubiläum

Nicht alle Familien können es sich leisten, ihrem Nachwuchs einen Urlaub oder die Teilnahme an den Freizeiten zu ermöglichen. An diesem Punkt kommen die Ferienpaten zum Zug: Das Projekt des Stadtjugendrings (SJR) Mannheim sammelt Spenden, mit denen Kindern aus bedürftigen Familien eine geeignete Freizeit bezahlt wird. In diesem Jahr besteht das Konzept seit zehn Jahren. Bei einer Pressekonferenz im Jugendzentrum Forum haben Angehörige des Stadtjugendrings sowie Mäzen sich an die Anfänge zurückerinnert und gleichzeitig in die Zukunft geblickt.

Begonnen habe alles am Weltkindertag 2007, erzählt Manfred Shita, Jugendbildungsreferent des Stadtjugendrings. Um sich daran zu beteiligen, habe man die „Ferienpaten“ 2008 als Versuchsballon gestartet. Dabei vermittelten die Zuständigen Kinder an die Vereine und Verbände, welche die Ferienfreizeiten anbieten. Dabei halten die Veranstalter jeweils Plätze für den Stadtjugendring frei, wie der betreuender Projektverwalter Jürgen Ehman erklärt.

Ein Projekt, das sich bewährt hat. Inzwischen habe der Verein in den vergangenen zehn Jahren 860 Kinder vermittelt, berichtet Jan Sichau, Vorsitzender des SJR. Mehr als 185 000 Euro konnten die Ferienpaten investieren. Das Geld stammt zu einem Drittel von Privatspendern, zwei Drittel kommt von Firmen. Zu ihnen gehören unter anderem der Verein „Adler helfen Menschen“ aber auch die städtische Wohnungsgesellschaft GBG, die in den vergangenen zehn Jahren 50 000 Euro für die Ferienpaten spendete - und das Projekt weiterhin unterstützen wird. Außerdem fließt staatliche Unterstützung.

Wenden sich etwa Eltern, die arbeitslos sind, an den SJR, wird geprüft, welches Ferienprogramm am besten zu ihrem Nachwuchs passt. Anschließend melden die Ferienpaten die Kinder bei der passenden Freizeit an. So stehen unter anderem von der Sportkreisjugend Mannheim etwa die Wasserspaßwoche oder die Kindersportwoche zur Verfügung. Die Freireligiöse Jugend veranstaltet eine Sommerfreizeit während der CVJM zum Kinderzeltlager am Erlichsee einlädt. Manche Eltern gehen dagegen direkt zu den Verbänden, die dann zu den Ferienpaten kommen. Außerdem gebe es Teilnehmer, die bereits bei den veranstaltenden Vereinen Mitglieder seien und Probleme hätten, die Freizeit zu finanzieren, sagt Ehmann.

Kontakt soll bestehen bleiben

Mit der Teilnahme an einer Freizeit wollen die Ferienpaten den Kindern nicht nur die Möglichkeit auf ein schönes Erlebnis in der unterrichtsfreien Zeit bieten. Sie hoffen auch, dass die Mädchen und Jungen über die Freizeit hinaus den Kontakt zu den Vereinen beibehalten, um auch während darüber hinaus einem Hobby nachzugehen.

Udo Scholz, Sprecher und Mitbegründer von „Adler helfen Menschen“, und Christian Franke, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der GBG, schätzen das Projekt. Karin Heinelt, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, hofft, dass sich weitere Spender melden – damit noch mehr Kinder von dem Angebot der Ferienpaten profitieren können.