Mannheim

Fasnacht Restlos ausverkaufte Rosenmontagssitzung im Oststadttheater mit Büttenassen und prima Beiträgen aus den Vororten

Flotte Premiere der „Töchter Feudenheims“

Mannheim.Was für ein klasse Finale der Kampagne! Sehr starke Beiträge von Akteuren aus den Vororten und einige der besten Büttenredner der Stadt – mit dieser Mixtur überzeugte erneut die Bürgersitzung im Oststadttheater im schon seit 14 Tagen restlos ausverkauften Bürgersaal im Stadthaus N 1.

„Wetten dass . . . ? Mir hawwe Spaß!“ lautet das Motto, und das Publikum hat in den rund fünf Stunden erkennbar viel Spaß. Witzig, schlagfertig und sachkundig führt Ex-Prinz und Feuerio-Elferrrat Oliver Althausen, kostümiert als „Cindy aus Marzahn“, durchs Programm, gut assistiert von Oststadttheater-Chefin Carmen P. Linka-Gamil als „Teletubbie“ und Oststadttheater-Schauspieler Knut Frank als Hausmeister. Und bei einem der Spielchen im Stil von „Wetten dass . . . ?“ hat dann Stadtprinz Marcus I. auch mal ein Erfolgserlebnis, putzt der Gebäudereiniger doch eine arg verschmutzte Scheibe schneller als Miriam I., die Stadtprinzessin und Juristin. Dass neben dem Oststadttheater der CDU-Kreisverband Initiator und Veranstalter ist, merkt man praktisch nicht – zumal auch SPD-Stadtrat Thorsten Riehle als „rote Socke“ in die Bütt geht und ebenso viel Applaus bekommt. Er teilt kräftig aus, gegen Thomas Hornungs Parteiwechsel von den Grünen zur CDU ebenso wie gegen Seehofer und „christlich-soziale Kesselflicker“. Besonders nachdrücklich beschwört er aber die Gemeinsamkeit der Demokraten gegen „Pöbler“ und „geistigen Morast“ der Rechten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel und CDU-Fraktionschef Claudius Kranz liefern eine ulkige Blödelei mit viel Hintersinn, nehmen sich selbst, die Berliner Politik und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gehörig auf die Schippe.

„Merkeldämmerung“

Noch deutlicher wird Alexander Fleck. Der Feuerio-Protokoller hat seine Bütt hervorragend aktualisiert. SPD-Chef Martin Schulz kürt er zum „Vollpfosten des Jahres“, mit der CDU-Chefin geht er aber ebenso heftig ins Gericht: „Ihr geht es nicht mehr um die Union, Ziel ist nur noch ihr goldener Thron“, sieht er eine „Merkeldämmerung“ heraufziehen.

Vom Feuerio bereichern zudem Frank Hüther als „Mannheimer Weinkönigin“ mit exzellent-intelligentem, kritisch-bissigem Humor sowie die „Drei Prinzen“ (Stefan Hoock, Stefan Rinklef, Roberto Troncone) mit mitreißenden Titeln den Abend. Aber die flotten „Töchter Feudenheims“ (Laura Benz, Melissa und Sarah Freund sowie Mona Kourschil) können da gut mithalten mit witzigen eigenen wie schönen Mannheimer Liedern – Respekt, es ist der erste und gleich ein sehr gelungener Auftritt des „Narrebloos“-Quartetts außerhalb des Stadtteils.

Althausen präsentiert nämlich bewusst Beiträge aus den Vororten. Als ganz stark erweist sich da erneut Irmi Benz, Chefin der Feudenheimer Frauenfasnacht, die mit herrlich-pfiffiger Ironie Eigenheiten von Frauen und Männern „um die 50“ glossiert. Ebenso ganz stark sind die Sandhofener „Stichler“ mit Gardetanz, farbenfrohem Schautanz, Tanzmariechen Michelle Wolf sowie Tanzmajor Dennis Kerker – einer der ganz seltenen männlicher Solotänzer, der wie seine weibliche Kollegin mit enormer Akrobatik und Spagatsprüngen beeindruckt.

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