Mannheim

Luftraum Passagiermaschine weicht im letzten Moment aus

Flugzeuge kollidieren beinahe

Archivartikel

Mannheim.Beim Anflug auf den Mannheimer Flughafen ist ein Passagierflugzeug mit einer Entfernung von lediglich 230 Metern an einem Leichtflugzeug vorbeigeflogen. Den Vorfall, der sich bereits im September 2018 ereignete, bezeichnete die Bundesstelle für Fluguntersuchung (BFU) am Montag in Braunschweig als „schwere Störung“. Dabei handelt es sich nach Angaben der BFU um ein „Ereignis beim Betrieb eines Luftfahrzeugs, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte“. Bei den Flugzeugen handelte es sich um ein Passagierflugzeug des Typs Dornier mit 28 Menschen an Bord und ein Kleinflugzeug des Typs Piper mit einem Piloten und einem Passagier. Wie Dirk Eggert, Leiter der Flugsicherung in Mannheim auf Anfrage bestätigte, handelte es sich bei dem Passagierflugzeug um eine Rhein-Neckar-Air-Maschine.

Ordnungsgemäß geflogen

Das Kollisionswarnsystem der Dornier, die aus Sylt kam, habe die einmotorige Piper erst nach der Annäherung angezeigt, heißt es im Bericht der BFU. Ein Lotse im Mannheimer Tower habe die Besatzung der Dornier über die entgegenkommende Piper informiert. Die Besatzung habe jedoch nicht geantwortet. Die spätere Befragung des Piloten habe ergeben, dass die Besatzung der Dornier diese Verkehrswarnung nicht wahrgenommen hatte.

Wie Eggert von der Flugsicherung weiter mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Höhe Hemsbach/Weinheim – also außerhalb des Mannheimer Flugraums und außerhalb der entsprechenden Kontrollzone. Das Problem sei gewesen, dass beide Flugzeuge auf unterschiedlichen Funkfrequenzen unterwegs waren, beide Maschinen seien jedoch ordnungsgemäß geflogen. Der Pilot der Dornier sagte bei einer Befragung durch die Bundesstelle für Fluguntersuchung aus, dass er selbst ein entgegenkommendes, einmotoriges Flugzeug in gleicher Höhe gesehen hatte. Er habe eine Kollision durch eine unmittelbare Ausweichbewegung nach links verhindern können.

Niemand wurde verletzt

Die Piper war auf dem Weg von Karlsruhe/Baden-Baden nach Mainz-Finthen. Der Pilot sagte aus, dass er plötzlich eine sehr schnelle Bewegung rechts neben der Maschine wahrgenommen habe. Für den Bruchteil einer Sekunde habe er ein größeres zweimotoriges Flugzeug direkt neben der Tragfläche gesehen, das die Piper in wenigen Metern Abstand in entgegengesetzter Flugrichtung und in Schräglage passiert habe. Er habe die Unterseite des anderen Flugzeuges sehen können.

Die Dornier landete nach dem Beinahe-Zusammenstoß auf dem Flughafen Mannheim und die Piper setzte ihren Flug nach Mainz fort. Verletzt wurde niemand.