Mannheim

Festakt „Aktion für krebskranke Kinder“ unterstützt seit 40 Jahren betroffene Familien und Kliniken

Förderer der Forschung

Gefeiert haben Akteure und Unterstützer der „Aktion für krebskranke Kinder“ bereits unterm Zeltdach des Zirkus Paletti. Jetzt hat der Mannheimer Ortsverband der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe anlässlich seines 40-Jährigen (der „MM“ berichtete) zu einem Festakt in die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingeladen.

Was Ehrenamtliche seit 1979 geleistet haben, davon zeigt sich Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb tief beeindruckt und gibt den Dank im Namen der Stadt weiter. Wie wichtig das Wirken des Vereins auf der Kinderkrebsstation war und ist, betont Horst Schroten, Chef der UMM-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Er würdigt, dass der Verein menschliche Hilfe leistet und gleichzeitig Forschung fördert. Schroten blickt zurück: Bereits Ende der 1950er hat sich einer seiner Vorgänger, Erich Huth, mit Leukosen, die bei Leukämie eine zentrale Rolle spielen, beschäftigt. Als Chef der Mannheimer Kinderklinik mit damals 400 Betten griff er als erster deutscher Pädiater das Thema Onkologie auf.

Wie alles begann und sich über vier Jahrzehnte entwickelte, zeichnet Martin Stachniss eindrucksvoll nach. Mit seiner Frau Gisela hat er 38 Jahre den Verein geleitet. Der Tod des vierjährigen Sohnes Thomi hatte sie zu dem Engagement motiviert. Auch Inge und Thomas Greiner, ebenfalls Eltern eines an Leukämie erkrankten Kindes, wirkten in den Aufbaujahren als „treibende Kräfte und Visionäre“, so Stachniss. Er hat ein Redemanuskript der beiden von 1982 aufbewahrt – „das noch in vollem Umfang Gültigkeit hat“.

Vereinscredo ist geblieben

Einst wie heute gilt das Vereinscredo: „Wir haben uns im Kampf gegen eine schreckliche Krankheit zusammengetan und wollen nicht tatenlos zusehen . . .“ Dem Pioniergeist kombiniert mit Beharrlichkeit fühlt sich der seit 2017 amtierende Vorstand verpflichtet, wie Kinderarzt Gregor von Komorowski als Vorsitzender betont.

Nach den Reden gibt es Gelegenheit für Gespräche. Beispielsweise mit Sonja Müller, die als Jugendliche eine Tumorerkrankung überstanden und ein US-Camp für krebskranke Kinder und Jugendliche besuchte. Davon erzählte sie nach ihrer Rückkehr so begeistert, dass Gabriele Geib vom Heidelberger Elternverein in die USA flog und 2003 das Waldpiraten-Camp entstand, das inzwischen Sonja Müller leitet. Auch Langzeit-Spender sind gekommen – beispielsweise Mütter, die bei einem vor mehr als 30 Jahren initiierten Benefiz-Markt gebrauchte Kindersachen verkaufen. „Das letzte Mal haben wir über 3000 Euro für die Aktion erwirtschaftet und 1000 zusätzlich anonym bekommen“, erzählt Cordula Schuhmann. 

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