Mannheim

Kunsthalle Verein steigert Mitgliederzahl auf mehr als 2200 / Drei Werke mit Spendengeldern erworben / Neuer Direktor stellt sich vor

Förderkreis kauft das „Inferno“

Archivartikel

Die Kaskade aus elf eisernen Bettgestellen hängt über zwei Stockwerke hinweg von der Decke, sensorgesteuert ertönen immer mal wieder wie von Geisterhand vier elektromotorgetriebenen Violinen. „o.T. (Inferno)“ hat Rebecca Horn ihre 1993 entstandene Installation genannt. Wie eine Himmelsleiter mit Aussicht auf den Wasserturm montiert, war sie 2017 eines der ersten Werke in der neuen Kunsthalle gewesen – und darf jetzt auf Dauer bleiben. Der Förderkreis hat sie gekauft.

„Dank der Hilfe der Wilhelm-Müller-Stiftung konnten wir sie aus einer Privatsammlung erwerben und werden sie der Kunsthalle dauerhaft zur Verfügung stellen“, so Verena Eisenlohr, die Vorsitzende des Förderkreises, jetzt bei der Mitgliederversammlung.

Fast 600 Leute drängten sich an dem Abend im Foyer der Kunsthalle – denn die exklusive Vorbesichtigung der neuen „Inspiration Matisse“-Ausstellung lockte viele Interessenten an. Zudem stellte sich der neue Direktor Johan Holten erstmals einem größeren Publikum vor. Mit einer in dem Satz „Lassen Sie uns gemeinsam aufbrechen zu neuen, tollen Ufern unserer Kunsthalle“ gipfelnden charmanten Kurzvorstellung eroberte er sofort die Sympathien der Zuhörer.

Ziel übertroffen

Erst der Neubau, nun noch ein neuer Direktor – das zieht. Über 2200 Mitglieder zählt der Förderkreis der Kunsthalle inzwischen. Er ist damit größter kultureller Förderverein, hat die Theaterfreunde und die Unterstützer der Reiss-Engelhorn-Museen weit hinter sich gelassen. „Wir wachsen kontinuierlich“, so Verena Eisenlohr erfreut, die im Vorjahr mal das Ziel von 2000 Mitgliedern ausgegeben und nun weit übertroffen hat. „Unser Ziel ist es, ein Bürgerverein zu sein: eine Gemeinschaft von Freunden der Kunsthalle und von Menschen mit Liebe zur Kunst“, sagte die Vorsitzende.

Beiträge erhöht

Die Hauptaufgabe ist die Anschaffung von Kunst. Neben dem Werk von Rebecca Horn erwarb der Förderkreis die neue Arbeit „Landscape“ von Susa Templin. Zudem haben Förderkreis und zwei Großsponsoren geholfen, vom kanadischen Fotokünstler Jeff Wall die großformatige Arbeit „Approach, 2014“ zu erwerben. „Sie ist inzwischen da, und wir sind sehr, sehr gespannt, wann und wo sie präsentiert wird“, so Eisenlohr: „Zahlreiche Mitglieder sind unserem Spendenaufruf hierfür gefolgt“, hob sie hervor.

„Wir konnten das alles gut stemmen“, berichtete Schatzmeister Bernhard Siegel von einer dennoch weiter guten Kassenlage. Trotzdem stimmten die Mitglieder zu, den Jahresbeitrag um zehn auf 60 Euro zu erhöhen. Dass ihnen dafür weiter attraktive Kunstreisen und Vortragsveranstaltungen geboten werden, davon berichtete Haide Rost.

Dass und wie sich für all das auch viele junge Leute begeistern lassen, bewies Caro Berndt in ihrem Bericht über die Arbeit der „ARTgenossen“.

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