Mannheim

Friedrichsplatz Saisonbeginn der Wasserspiele und für die Gärtner / 61 000 Pflanzen gesetzt

Fontänen sprühen trotz Frost

Archivartikel

Der lange, heftige Winter ist schuld: Elf öffentliche Brunnen im Stadtgebiet werden nicht, wie sonst, zu Ostern eingeschaltet, sondern erst Mitte April. Nur am Mannheimer Wahrzeichen gibt es eine große Ausnahme. Heute um 12 Uhr werden die Fontänen wieder sprühen, startet mit den Wasserspielen zugleich die Frühlingssaison am Friedrichsplatz. „Es war nicht einfach, aber wir ziehen das durch“, so Uwe Erny, Projektingenieur der MVV Energie AG.

„Etliche raue Hälse und verschnupfte Nasen“ habe es bei seinem Team gegeben – aber auch den Ehrgeiz, an der Tradition festzuhalten, dass es am Wasserturm an Ostern „Wasser marsch“ heißt. Eineinhalb Wochen dauerten die Vorbereitungen, um die Sandstein-Becken zu reinigen, die im Herbst eingelagerten Scheinwerfer, Farbwechsler und Düsen zu installieren.

Rohre gebrochen

„An den ersten beiden Tagen waren auf den Becken fünf Millimeter dicke Eisschichten, da sind die Enten darauf herumgelaufen“, erzählt Erny. Zudem sind Gummidichtungen und Lampenkabel festgefroren. „Da haben wir auch den Gedanken gehegt, abzubrechen“, sagt er. Dann sei es aber doch gelungen, den Zeitverlust aufzuholen und sogar einige Investitionen wie neue Edelstahldüsen und Lampenkabel vorzunehmen, schließlich die Becken mit 1,2 Millionen Litern Wasser zu füllen.

Nur der Tritonenbrunnen wird ab heute noch nicht sprudeln. Da war eine Abwasserleitung verstopft. Als sie freigefräst wurde, löste sich das Rohr von der Decke der Tiefgarage und beschädigte fünf Autos. „Da brauchen wir wohl noch zwei Wochen“, nimmt Erny an.

Probleme mit Wasserleitungen machten auch den Gärtnern zu schaffen. Wohl durch Alter und Frost ist ein Rohr geborsten, setzte einen Weg unter Wasser. „Durch das Alter birgt die Anlage immer Überraschungen, das wird uns vielleicht in Zukunft noch beschäftigen“, deutet Markus Roeingh, Leiter des Fachbereichs Grünflächen und Umwelt der Stadt, baldigen Sanierungsbedarf an. Doch trotz Frost haben es die Gärtner hinbekommen, dass sich zu Ostern ein schönes buntes Bild rund um den Wasserturm zeigt. „Aber es blühen noch keine Tulpen“, verweist Axel Boxheimer, Bezirksleiter des Fachbereichs, auf das Wetter. „Das dauert noch zwei Wochen – wenn es ein bisschen wärmer wird, die Sonnenstrahlen, dann wird das“, kündigt Thomas Möllenberg, der Leiter der Stadtgärtnerei, an. Dafür strahlt es rund um die Grünflächen zum Friedrichsplatz hellgelb: „Citrus“ heißt die Mischung aus Blumen in den Farben Orange, Gelb, Weiß und Lemon, die Möllenberg hierfür zusammenstellte. „Wir versuchen immer mal etwas Neues, wollen aber auch Bewährtes“, so Roeingh.

Ärger über Trampelpfade

So sind rund um die Wasserspiele gelbe und rote Tulpen sowie blaue Stiefmütterchen gesetzt worden, in den Rundbeeten blaue Hyazinthen und weiße Vergissmeinnicht – insgesamt am Wasserturm 61 000 Pflanzen, am Paradeplatz weitere 10 000. Sieben Gärtner mit Volker Gottschalk an der Spitze kümmern sich um den Friedrichsplatz und die Innenstadt-Grünflächen, zu Pflanzterminen um 20 Kräfte verstärkt.

Knapp eine halbe Million Euro kostet das die Stadt jährlich. Nach wie vor sei der Friedrichsplatz „die wichtigste Anlage mit dem höchsten Pflegestandard, weil sie eben hohe Bedeutung hat und ein Identifikationsfaktor ist“, so Roeingh. Daher schimpfen die Gärtner über „25 Trampelpfade mitten durch die Blumen durch“, so Gottschalk, „nicht von Kindern, sondern den Vätern“. Auch Erny ärgert sich, wenn Besucher ins Becken laufen, die kleinen Steinchen von den Wegen die Düsen und Abdichtungen beschädigen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

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